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Das Paradies

Bluete mit Biene

In diesem Beitrag werde ich versuchen eine Antwort darauf zu geben, wo dieser Ort, genannt „das Paradies“ zu finden ist. Denn es gibt diesen Ort wirklich. Er ist für jeden Menschen zugänglich, wobei viele offenbar ihren Schlüssel verloren haben.

Wenn Menschen unsere Finca betreten fällt oftmals der Satz „Ich glaube, ich bin hier im Paradies angekommen“. Da ist durchaus was dran, wobei ich zum einen anmerken möchte, dass das Paradies nicht an irgendeinem räumlich begrenzten Ort zu finden ist, und zum anderen unsere Finca zwar nicht das Paradies ist, aber durchaus ein Ort, an dem jemand den verlorenen Schlüssel wiederfinden kann.

In der Geschichte der Menschheit gibt es den großen Bruch, der sich vor etwas mehr als 10tausend Jahren ereignete. Die Geschichtsschreibung der Bibel nennt diesen Zeitpunkt den „Sündenfall“. Etymologisch gesehen wird der Begriff „Sünde“ vom Wort Sund abgeleitet, bedeutet also eine Trennung oder Abspaltung. Bleiben wir mal einen Moment bei der biblischen Darstellung: Der Sündenfall ist die Abkehr des Menschen von der göttlichen Ordnung. Denn im Paradies zu leben bedeutet, sich selber als Teil der göttlichen Ordnung gewahr zu sein, aber nicht selber Gott sein zu wollen.

Was unsere Vorfahren dazu getrieben haben mag, selber Gott sein zu wollen, ist mir bisher nicht klar. Aber es ist letztendlich auch egal, denn wir sind wo wir sind und als Menschheit in unserem aus unserer Trennung resultierenden Wahn kurz davor unseren Lebensraum endgültig zu zerstören.

Aber wenn wir als Menschen die Möglichkeit haben, uns die Rolle Gottes anzumaßen, dann haben wir auch die Wahl, unser Leben zu jedem Zeitpunkt wieder als Teil der göttlichen Ordnung zu führen.

Wobei das gar nicht so einfach ist.

Was uns von der göttlichen Ordnung trennt, bezeichnen wir als unsere „Kultur“. Die Kultur erzählt uns u.a., dass es nicht (mehr) möglich sei so zu leben, wie die Menschen vor dem Sündenfall ihr Leben geführt haben.

Wollt ihr denn wieder zurück in die Steinzeit?

Meine Antwort: Ja, unbedingt! Unsere Kultur zu zerstören - denn dessen bedarf es dringend - bedeutet nicht, wieder in Höhlen zu leben und wilde Tiere mit der Steinschleuder zu erledigen. Es geht um ein Anknüpfen an Prinzipien, nach denen die Menschen vor mehr als 10tsd Jahren gelebt haben. Und hier lautet ein Grundprinzip, sich selber als ein mit dem Ganzen verwobenes Partikel wahrzunehmen, ein Tier das nicht besser und nicht schlechter ist als jedes andere Lebewesen, das sich auf dieser Erde befindet.

Jeder Käfer hat das gleiche Recht auf Leben wie ein Mensch!

Der Zugang zum Paradies ist nicht einfach. Denn er setzt voraus, sich selber weniger wichtig zu nehmen und der Natur, in der wir eingebettet sind, wieder zuzuhören. Zuhören fällt uns oftmals schon in menschlichen Kontakten schwer, aber das Paradies öffnet seine Türen erst wenn ich lerne, einer Pflanze zuzuhören und oder mit einem Felsen zu reden und ihn um Erlaubnis zu bitten, bevor ich ein Haus auf ihm baue.

Wer diese Gedanken als Spinnkram bezeichnet, macht genau das, was unsere Kultur von ihm erwartet. Und die Tür zum Paradies bleibt zu. Zumindest solange dieser Glauben aufrechterhalten wird, der Mensch wäre irgendetwas Besseres. Jesus wusste wenn er sagte, es wäre leichter für ein Kamel durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen ins Paradies zu gelangen. Mit Reichtum ist hier das Festhalten an irgendwelchen durch unsere Kultur bedingten Privilegien gemeint und weniger der reale Kontostand.

Keine Ahnung weshalb mir heute so viele Begriffe aus dem „Best of“ alter Geschichten, auch Bibel genannt, einfallen. Vielleicht sollte ich aber an dieser Stelle anmerken, dass ich mit dem göttlichen Prinzip nicht ein Regelwerk eines als Person dargestellten Wesens mit (über)menschlichen Eigenschaften denke. Gott ist da zu finden, wo ich den Schlüssel zum Paradies wieder in den Händen halte.

Wir sind immer wieder tief berührt von den Welten, die sich uns hier auf der Finca im Kontakt und im Austausch mit Pflanzen und Tieren öffnen. Es gibt keine Regeln, wie es zu sein hat, was darf oder was nicht darf. Leben und Tod geben sich die Hand. Kräuter zu zupfen, die gemeinhin als Unkräuter bezeichnet werden, ist für mich jeden Tag von neuem ein Massaker. Was wir versuchen ist jedoch eine Harmonie im Kontakt mit Pflanzen und Tieren zu schaffen. Und dabei müssen manche sterben, damit andere leben können. Ohne ein gutes Verhältnis zum Tod kein Leben …

In den vergangenen Tagen hat mich immer wieder eine relativ große Ratte auf dem Gelände begleitet. Auch solche Tiere gibt es hier. Die Ratte suchte spürbar Kontakt und ist selber immer wieder stehen geblieben und hat mich angeschaut, wenn ich stehenblieb. Sie respektiert wie alle Tiere auf der Finca gewisse Regeln. In den Jahren hier hat keine einzige Ratte versucht in einem der Häuser zu wohnen oder hat sich an unseren Pflanzen vergangen. Es gab eine Ausnahme vor mehreren Jahren, als eine Ratte es sich in einem Dach einrichten wollte. Nachdem ich mit ihr geredet habe, hat sie sich einen anderen Platz gesucht, den sie mir übrigens auch gezeigt hat. Kein Gast hat meines Wissens in 5 Jahren hier jemals auf dem Gelände eine Ratte gesehen. Die Tiere haben durchaus Anstand und wissen, wo sie sich zeigen oder nicht. Aber sie gehören dazu.

Im Paradies ist eines der Grundprinzipien Respekt vor ALLEM.

Vor vielen Jahren und auch heute noch in einigen wenigen Kulturen üblich hat der Mensch auf dem Boden gesessen. Der Thron war eine Erfindung um deutlich zu machen, über den anderen zu stehen und etwas Besseres zu sein. Nun, da saß der Herrscher erhöht und die gemeinen Menschen saßen immerhin weiter auf dem Boden. Mit der Erfindung des Stuhls hat dann auch der Rest der Menschen das Märchen von der „Krone der Schöpfung“ verinnerlicht und den Bodenkontakt verloren.

Der Weg zum Paradies: Runter vom Stuhl, Krone absetzen!

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Was mir immer klarer wird …

Stofftaschentuecher

Bisher habe ich mich selber für einen Menschen gehalten, der vieles was auf der Welt passiert durchschaut. Je älter ich werde, umso deutlicher wird mir, wie wenig klare Sicht ich habe. Mein Denken und meine Sichtweise ist weiterhin vielfach gefangen in Prägungen meines gesellschaftlichen Umfeldes, die ich mein Leben lang als selbstverständlich angesehen und niemals in Frage gestellt habe.

Schauen wir mal ganz allgemein auf die Geschichte der Menschheit. Die fängt doch bekannterweise vor etwa zehntausend Jahren an, oder? Oder war es vor gut zweitausend Jahren, da wir ja in unserer Kultur das Jahr 2025 schreiben? Die 8000 Jahre vor unserem Jahr Null nahmen allerdings in meiner Schulzeit kaum eine Unterrichtstunde ein. Dann waren sie wohl nicht so wichtig, oder?. Aber kommen wir zu den drei Millionen Jahre davor. Die kamen im Geschichtsunterricht gar nicht vor. Was ist mit dieser Zeit? Da gab es doch auch schon Menschen. Aber die waren offensichtlich minderwertig und passten in der Schule gerade mal in den Biologieunterricht.  

Von Bedeutung für den heutigen Menschen und das was er als seine Geschichte bezeichnet  sind allein die letzten 10tsd Jahre - das Zeitalter eines arroganten und überheblichen Menschentyps. Dieser hält sich selber für besser als alles andere Leben auf dieser Erde. Er hat eine Kultur entwickelt, die sich nicht mehr im Austausch mit den anderen Bewohnern dieses Planeten befindet. Denn diese Spezies der Besserwissenden bezeichnet sich selber als „Krone der Schöpfung“ und ist mit der aus dieser Arroganz resultierenden Kultur dabei, seit 10tsd Jahren den Planeten zu zerstören. Man stelle sich das einmal vor: Der Mensch hat 3 Millionen Jahre lang diese Erde bewohnt und alles war ok. Vor gerade mal 10tsd Jahren beginnt eine Serie von Umwälzungen mit der neolithischen Revolution. Aktuell befinden wir uns in der vierten Auflage der industriellen Revolution. Jede dieser Umwälzungen wurde im allgemeinen Sprachgebrauch „Fortschritt“ genannt, hat aber nur einen neuen Beitrag zur Zerstörung der Erde geleistet.

Alles was dieser Typ Mensch hervorbringt, der sich selber die Krone aufgesetzt hat, ist Konsequenz eines krankhaften Denkens. Ich nenne das krank, denn immerhin war die Erde vor Auftreten dieses menschlichen Ungeheuers gesund, oder? Das Grundprinzip der Gier durchzieht heute alle Lebensbereiche und wird in unseren Tagen u.a. unter dem Begriff einer sogenannten „Klimarettung“ vorangetrieben. Was die Gierigen produzieren ist ja aber immer nur für unser Bestes. Sagen sie zumindest. Der Natur geht es seit Beginn dieser „Klimarettung“ nur noch schlechter als zuvor, aber das Vermögen von einigen Wenigen ist immerhin erheblich gewachsen.

Etwas anderes was ich lange Zeit nie wirklich in Frage gestellt habe, ist die Rolle von Europa, dem Kontinent auf dem ich geboren wurde. Obwohl ich auch jahrelang in Südamerika gelebt habe, war Europa immer irgendwie das Zentrum der Welt wie ich sie wahrgenommen habe. Das stimmt ja auch in gewisser Hinsicht, denn von Europa aus fand die gewaltsame Unterdrückung alternativer Lebensformen in den anderen Teilen der Erde statt. Der Kontinent, der sich selber als Wiege der Kultur sieht, ist Verursacher brutalster Zerstörung aller anderen Kulturen, die nicht nach den in Europa entwickelten Vorstellungen waren.

In den letzten Jahren tauchten in meiner Welt interessanterweise viele Länder in Asien auf, deren Namen ich nie zuvor gehört und deren Existenz nicht zu dem mir bisher bekannten Weltbild gehörten.

 

Und was haben die Taschentücher auf dem Foto mit all dem zu tun?

Sie stehen als symbolisches Beispiel für die Macht und Einfluss der Gierigen, Gutes aus unserer Wahrnehmung verschwinden zu lassen.

Als Kind hatte ich Stofftaschentücher. Dann entdeckten die Gierigen das Wegwerftaschentuch. Innerhalb kürzester Zeit gab es nur noch „Tempos“, bei anderen auch „Zewas“. Die waren natürlich viel hygienischer als Stofftaschentücher, bei denen man ja jede Menge Bakterien in der Tasche mit sich herumtrug. Das neue Prinzip hieß: einmal reinschneuzen und auf den Abfall mit den Bazillen mitsamt dem Taschentuch! So war es vorgesehen.

Da offensichtlich nicht nur ich die Wegwerftücher mehr als einmal benutzten, erfand „Tempo“ ein Produkt, das man wirklich nur noch einmal nutzen konnte. Daraufhin habe ich die Marke gewechselt, aber Stofftaschentücher waren für viele Jahre aus meiner Welt verschwunden.

Als ich vor etwas mehr als 10 Jahren gemeinsam mit meiner Schwester den Haushalt unserer Eltern auflöste, fielen mir einige Stofftaschentücher in die Hände. Viele davon trugen noch eingestickte Initialen von mir oder auch meinen Großvätern. Man musste ja in der Famlie nach dem Waschen noch wissen, wem welches Taschentuch gehörte. Seit dieser Entdeckung nutze ich nur noch Stofftaschentücher. Sie sind angenehm anzufassen und haben schöne Muster. Sie halten viele viele Jahre und werden ganz einfach in der Waschmaschine gewaschen. Ich trage gerne ein paar Bakterien mit mir herum, denn auch die gehören zum Leben dazu. (Mit dem Thema des Hygienewahns der heutigen Zeit fange ich jetzt aber gar nicht erst an, denn die Beschäftigung mit dem sich selbst sterilisierenden Menschen wäre Stoff für einen eigenen Beitrag.)

Nach vorsichtigen Schätzungen habe ich in meinem Leben mehr als 9000 Packungen Papiertaschentücher verbraucht. Das ist ein Berg von 90.000 einzelnen Taschentüchern, wie gesagt – mehrfachverwendet. Nach Vorstellung der Hersteller bezüglich einmaliger Nutzung ihrer Produkte hätte ich sogar einen Müllberg von etwa 400.000 Taschentücher aufgehäuft ...

Papiertaschentücher gibt es bei mir heute nur noch für Gäste und Klienten …

 

Ein paar Hinweise

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Lieber Matthias,
aus meiner Sicht befindet sich die Menschheit im freien Fall in die Vernichtung. Das Universum wird dabei ganz still bleiben, denn wir werden auch bei Nutzung aller atomaren „Böller“ keinen Urknall verursachen. Wir sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern ein zufälliges Produkt einer genetischen Mutation. Was wir gerade noch hinbekommen, ist eine memetische Weiterentwicklung, die den Menschen aus meiner Sicht ablösen wird. Das „Denken“ werden Computer übernehmen, und die werden uns logischerweise schnell „abschaffen“, weil es nicht logisch ist, dass wir unseren und den Lebensraum unserer „Mitlebenden“ zerstören. Geld regiert die Welt, bis sie zerstört ist.

 

 

 

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Sommer

Musiker Pozo de la Salud

Nun schreibe auch ich mal über das Wetter! Das hätte ich mir bislang nicht vorstellen können. Die ersten Jahre hier auf der Insel bin ich im Sommer gerne nach Deutschland geflüchtet. Mit einem Aufenthalt auf einer kanarischen Insel im Juli oder August verband sich für mich Hitze, Trockenheit und eine Flut von spanischen Touristen. Genau das lese ich ja in den Medien und dem wollte ich mich nicht unbedingt aussetzen.

Inzwischen bin ich den dritten Sommer hier auf der Insel und ich muss sagen, es ist alles anders als vermutet. In Hamburg gehen die Temperaturen in den Sommermonaten bekanntlich  gerne mal in einen sehr warmen Bereich. Damit kann ich gut leben. Dann stürzen sie aber unerwartet von einem Tag auf den anderen um 10 – 15 Grad ab. Es regnet und windet. Damit kann ich (im Sommer) weniger gut leben. Gerade dieses Jahr scheint im Sommer in Deutschland mal wieder das Tragen von Pullovern und warmen Socken für längere Zeitabschnitte Mode zu sein.

Hier auf der Finca in Guarazoca erlebe ich in den letzten drei Jahren ein wunderbar angenehmes Sommerklima. Es windet wenig und wenn, dann weht eine angenehme Brise. Die Temperaturen liegen zwischen 22 und 27 Grad. An manchen Tagen schützt eine Wolkendecke vor einer zu intensiven Sonneneinstrahlung. Es regnet wenig, was normal für diese Monate ist.

Unsere Finca scheint für Sommeraufenthalte eine besonders favorisierte Lage zu haben. 600 Meter über dem Meer auf der Nordseite der Insel gelegen schieben sich immer wieder kühlende Wolken den Hang hinauf. Weiter unten oder oben sieht es schon anders aus. In 1000 m Höhe herrscht der Tage eine Hitze, bei der man sich tagsüber nicht so gern im Freien aufhält. Da ist es weiter unten und am Meer schon angenehmer. Und im Meer zu schwimmen ist in diesen Monaten wirklich ein Genuss!

Auf der Finca zu sein ist ein wohltemperierter Genuss.

Sommer ist auch eine Zeit mit einer noch größeren Auswahl an besonders leckeren Früchten. Während Papayas das ganze Jahr über reifen, gibt es Mangos, Pfirsiche, Afrikosen oder Nektarinen nur in dieser Zeit. Und die leckeren Pflaumen nicht zu vergessen, deren Saison jetzt gerade vorübergeht. Wer sich von Obstsalat ernähren möchte ist hier gut aufgehoben und hat zusätzlich zu dem oben aufgeführten Fruchtcoctail sogar noch eine größere Auswahl. Denn die vielen noch exotischeren Früchte hier aufzuzählen, würde vielleicht etwas zu weit führen.

Und was ist mit der Flut spanischer Touristen? Ja, die gibt es. Aber auf der Finca bekomme ich gar nichts von ihnen mit. Sicher, die beliebtesten Badestellen sind gut frequentiert. Es sind Schulferien und ich war vor ein paar Tagen um die Mittagszeit an der Caleta. Da kam ich mir für einen Moment wie in einem deutschen Freibad vor. Aber kein Vergleich mit dem, was ich jahrelang in Italien erlebt habe. Und es gibt kaum bekannte Badestellen, an denen entsprechend weniger los ist. Aber wer z.B. in den Morgenstunden schwimmen geht - da ist es auch im August am Meer - egal wo auf er Insel - immer noch leer …

Zum Foto: Sommer ist auch auf einer kleinen Insel wie El Hierro kulturelle Hochzeit. Noch bis Ende Oktober gibt es das Festival Noon, welches jeden Sonntag hervorragende kanarische Musiker präsentiert. So gab es heute ein komplettes Programm mit dem "Drei Equali Trio", unterlegt von der Brandung des Meeres. Und es ist erstaunlich wie viele hochkarätige spanische Musiker bei einem Besuch der Insel auch mal in einem Cafe auftreten. Ich habe hier in diesen Jahren schon Jazzmusiker erlebt, die ich bisher nur von digitalen Aufnahmen kannte. Und gibt es jede Menge traditioneller Volksfeste.

Das ist Sommer auf El Hierro.

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Tantra-Pause (Kritik)

Whitenose 2

Zu meinem vorherigen Beitrag habe ich einige kritische Reaktionen bekommen. Von daher ist es mir wichtig, an dieser Stelle ein paar Dinge klarzustellen.

Es ist nicht das erste Mal, dass bezogen auf meine Texte ein als „belehrend“ empfundener Ton wahrgenommen wird. Bei mir würde etwas Missionarisches anklingen.

Die Kritik kann ich nachvollziehen. Es gibt in mir einen Teil, der meint, es besser zu wissen. Ich bin dankbar dafür, wenn ich darauf hingewiesen werde, wenn dieser bisher nicht komplett durchdrungene und bereinigte Teil meines Selbst an die Oberfläche kommt. Die missionarischen Anteile sind Teil meiner Gene. Meine beiden Großväter waren Prediger. Das gesamte familiäre und auch nicht-familiäre Umfeld meiner beiden Eltern war und ist von christlich-missionarischem Denken durchdrungen. Die Guten waren immer wir, die an Gott und die Bibel glaubten. Alle anderen mussten entsprechend bekehrt werden. Hiervon überzeugt bin ich als 12-Jähriger, mit der Bibel in der Hand von Tür zu Tür gezogen, um den Menschen „die frohe Botschaft“ zu bringen. Nein, ich war nicht bei den Jehovas Zeugen, aber es gibt andere religiöse Gruppen, die auch von Tür zu Tür laufen. Mit 15 Jahren habe ich mich mit meinem christlichen Umfeld komplett überworfen, da mir dessen Verlogenheit mehr und mehr bewusst geworden war.

Damit war allerdings meine missionarische Grundeinstellung nicht aus meinen Zellen verschwunden. Sie dringt auch heute noch immer mal wieder in Dingen, die ich sage oder schreibe, durch. Oftmals werde ich mir dessen selber bewusst, andere Male bin ich wie gesagt dankbar dafür, wenn ich darauf hingewiesen werde.

Ein anderer Kritikpunkt an meinem Tantra-Beitrag war, dass ich Angebote, die unter dem Label „Tantra“ sexuelles Erleben in den Mittelpunkt stellen, bewerten würde. Hier stieß der Begriff „Sexworkshops“ auf.

Auch wenn mein missionarischer Anteil behauptet, dass die von mir angebotenen Workshops die besten wären :-), war und ist es nicht meine Absicht, die Angebote von anderen schlechtzumachen. Im Gegenteil – ich empfinde es als bereichernd, wenn Menschen mit Vorerfahrungen aus der Arbeit mit anderen Anbieter*innen in meine Veranstaltungen kommen! Ich freue ich mich über jede*n, die oder der sich dafür öffnet, den Dingen mehr und mehr auf den Grund zu gehen.

Mir ist ebenso bewusst, dass sexuelle Praktiken durchaus in einer direkten Verbindung zu spirituellen Erfahrungen stehen können. Genau das ist ja auch meine eigene Erfahrung mit Sexualität – sie öffnet mir einen Raum, den ich auch über die unterschiedlichsten Meditationspraktiken erschließe. Wenn ich in Meditation gehe, betrete ich diesen Raum alleine. In einem sexuellen Kontakt ist es mir möglich, mit Partner oder Partnerin gemeinsam diese Weite zu erforschen.

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal betonen, dass der Kontakt zur eigenen Sexualität ein zentraler Aspekt meiner eigenen Angebote ist. Wobei ich allerdings eine konkrete Anleitung sexueller Praktiken in einem rituellen Rahmen selten in den Mittelpunkt meiner Workshops stelle. Ich fokussiere die Aufmerksamkeit darauf, wie aus dem Flow der Begegnung mit anderen heraus Lust und Erregung ihren Raum mit so wenig Vorgaben wie möglich finden dürfen.

Danke für eure Hinweise, die mich selber klarer werden lassen!

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Tantra-Pause?

Whitenose

Manchmal ist es gut, eine Pause zu machen. Auch vom Tantra? Ein paar Gedanken zu Assoziationen, die manche in Bezug auf Tantra haben und worum es in der Tantrapraxis eigentlich geht …

Wer sich von einem meiner Newsletter abmeldet, bekommt eine Mail, in der ich nachfrage, wieso diese Person die News nicht mehr erhalten möchte. Die meisten schreiben in ihrer Antwort, sie würden zu viele Mails bekommen. Das ist eine höfliche Form zu sagen, „was du da schreibst, interessiert mich nicht mehr“. Damit kann ich etwas anfangen. Wenn jemand sich von meinem Musik-Newsletter abmeldet und schreibt, sie würde keinen Tango mehr tanzen, kann ich auch etwas damit anfangen.

Wo ich jedes Mal von Neuem anfange mir Gedanken zu machen, sind Rückmeldungen wie „Ich brauche mal eine Pause vom Tantra“ oder „Ich mache kein Tantra mehr“.

Ich frage mich dann, was diese Person wohl gemacht hat, wenn sie das gemacht haben, was sie als „Tantra“ bezeichnet. Es scheint sich da um eine Disziplin zu handeln, bei denen ihr irgendjemand erzählt hat, dass es sich bei irgendwelchen Übungen um „Tantra“ handeln würde.

Nein, das ist kein Tantra. Wer mal temporär „Tantra macht“, praktiziert kein Tantra und hat auch nicht begriffen, worum es im Tantra geht.

In Kürze: Tantra ist eine Haltung dem Leben gegenüber, die nichts bewertet und sich offen zeigt gegenüber allem, was ihr begegnet. Tantra hat keine Regeln oder Vorschriften und ist in diesem Sinne zutiefst anarchisch. Tantrisch zu leben ist verbunden mit der inneren Quelle, die aus dem unendlichen Raum heraus sprudelt.

Wer Tantra praktiziert, wird also immer wieder innehalten, um zu spüren, wo der Weg weitergeht. Die Quelle ist bei dieser Form von Weisheit nicht der Verstand, sondern der Input einer Kraft, die aus einem Bereich heraus wirkt, der dem Verstand nicht zugänglich ist. Der verstandesmäßig erfassbare Bereich ist nun mal nur ein kleiner Teil von etwas, was viel größer ist als alles, was mit unserem Verstand erfasst werden könnte.

 

Was hat das jetzt mit Sex zu tun?

Mir ist schon klar, dass manche Menschen, die eine Pause vom Tantra brauchen, zu viele Workshops besucht haben, bei denen es um sexuelle Praktiken geht. Es handelt sich um ein attraktives Geschäftsmodell, wenn Anbieter*innen Kurse für sexuelle Freizügigkeit als „Tantra“ bezeichnet. Und das funktioniert natürlich wunderbar innerhalb einer Gesellschaft, die sexuelle Freizügigkeit vorgibt und in Wirklichkeit fast ausschließlich aus Individuen besteht, deren Sexualität auf unterschiedliche Art und Weise unterdrückt wurde bzw. die diese in ihrem erwachsenen Leben aus unterschiedlichsten Beweggründen selber unterdrücken.

Wenn wir Tantra als eine potenzielle Grundlage zur Gestaltung des individuellen Alltags betrachten, dann ist es sicherlich die einzige Disziplin, bei der Sexualität nicht mit Wertungen belastet ist. Sexualität wird im Tantra als eine energetische Quelle angesehen, deren Kraft sich in einem sexuellen Kontakt mit anderen Menschen verstärken kann. Das immer intensiver zu erleben bedarf eines jahrelangen Trainings, innerhalb dessen ich mir der Faktoren, die mich in meiner sexuellen Interaktion antreiben, Schritt für Schritt bewusster werde.

Dafür bedarf es Räume, in denen ich eine bisher unterdrückte Sexualität lebendig werden lassen kann. Viele sogenannte Tantraanbieter schaffen diese Räume, wo nach bestimmten Regeln Sex stattfindet. Leider bleiben sie aber an diesem Punkt stehen, selbst wenn sie noch eine Prise Spiritualität beimischen.

Mir ist verständlich und nachvollziehbar, dass unter Tantraangeboten in erster Linie Sexworkshops stattfinden. Und es ist gut und wichtig, dass es diese gibt. Aber das ist nicht Tantra. Wer einen Vergleich möchte: Viele verstehen unter Yoga ein Praktizieren von gymnastischen Übungen, bei denen man zum Ende der Folge vielleicht noch dreimal Om singt. Aber die Asanas sind nicht Yoga, sondern nur ein Element davon.

Verständlich ist auch, dass sich das Angebot für „Tantra“ auf den sexuellen Bereich beschränkt. Sonst kommt nämlich kaum noch einer. Ich habe selber als Anbieter von Kursen die Erfahrung gemacht, dass eine Erweiterung des Angebots über den Bereich Sexualität hinaus zu einer erheblichen Reduzierung der Anzahl der Teilnehmer*innen meiner Gruppen geführt hat. Da ich es immer gerne genau wissen will, habe ich vor einigen Jahren mal einen Kurs für tantrisches Bewusstseinstraining  angeboten. Ich habe dieses Angebot breit beworben. Soweit ich mich erinnere, gab es nur eine einzige Anmeldung.

Ich habe mich trotzdem aus der Nische „Tantraangebote zur Befreiung sexueller Wünsche und Bedürfnisse“ weitestgehend zurückgezogen. Im aktuell einmal jährlich stattfindenden Angebot der Tantraoase gebe ich Raum, sich selber im Kontakt mit anderen zu erforschen. Aber dieses Erforschen hat viele Ebenen und viele Facetten. Ich versuche jedes Mal wieder von Neuem herauszufinden, was für die Teilnehmenden, die sich hier in einer Gruppe finden, auf ihrem individuellen Weg gerade anliegt, damit es möglich wird, neue Erfahrungen zu machen und diese dann in den eigenen Alltag zu integrieren.

Tantra ist eine offene Haltung dem Leben gegenüber und dies zu praktizieren braucht Bereitschaft, sich auf einen Weg einzulassen, der einen komplett aus allen bisher bekannten Bahnen herausführen kann. Wohin? Nun, ins Leben eben …

 

Ein paar Hinweise

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Matthias unter Bauern

Marmelade HiPiMaMa

Vor ein paar Tagen war ich auf einer Veranstaltung mit Menschen, die auf El Hierro Feigen- oder Mandelbäume kultivieren. Feigen und Mandeln gehören zu den hier traditionell angebauten Kulturpflanzen. Und so sagte der Inselpräsident in seiner einleitenden Ansprache, dass seine Großmutter immer gesagt hätte, dass mit ein paar Feigen, einer Handvoll Mandeln und einer Handvoll Gofio ¹⁾  am Tag der Hunger gestillt werden könnte.

Was macht Matthias auf einer Versammlung von Bauern? Durch unseren Agraranbau auf der Finca bin ich offensichtlich in einem Verteiler für innovative landwirtschaftliche Projekte gelandet und wurde eingeladen. Immerhin gibt es hier auf unsrer Finca drei große und mehrere kleine Feigenbäume.

Das Thema „Anbau von Nahrung“ finde ich interessant. Und ich gehe davon aus, dass diese kleine Insel nur dann eine lebenswerte Zukunft hat, wenn sie sich auf ihre traditionellen Werte besinnt. Der in den vergangenen Jahrzehnten sich ausweitende Anbau von Monokulturen wie Ananas oder Bananen hinterlässt in den Anbaugebieten deutliche Spuren und Nebenwirkungen. Von daher – was hat die kanarische Regierung mit ihrem (selbstverständlich mit EU-Geldern geförderten) Agrarwald-Projekt im Sinn?

Nach den einleitenden Grußworten referierte der erste Redner detailliert zur Lage der Mandeln und Feigen auf der Insel. Ergebnis der Bestandsaufnahme: Aktuell werden etwa zwei Drittel der traditionellen Anbauflächen nicht genutzt. Liegt es an der Konkurrenz durch Import? Natürlich kann eine lokale Produktion nicht mit den im Supermarkt verkauften Preisen für Importprodukte mithalten. Allerdings fand man in einer Studie heraus, dass ein lokales Produkt bei doppeltem Preis und entsprechender Kennzeichnung mehr gekauft wurde als das danebenliegende Importprodukt. Dieser Teil der Veranstaltung war durchaus interessant.

Der zweite Redner widmete sich eine Stunde lang der Zukunft. Dafür wurden per Powerpoint endlose Grafiken mit Berechnungen präsentiert, in erster Linie Prognosen für das Klima in den kommenden 30 bis 50 Jahren.

Ich habe eine viel zu lange Stunde lang auf meinem Stuhl gesessen und mich gefragt: Was soll das Ganze?

Da werden Berechnungen für 50 Jahre und mehr gemacht, während die meteorologischen Vorhersagen hier auf den Inseln selten auch nur für den kommenden Tag zutreffen. Aber das Leben soll auch hier berechnet und auf diese Weise kalkulierbar werden. Kontrolle auf allen Ebenen, bei der das Leben von Zahlenvampiren ausgesaugt wird, bis kein Leben mehr da ist.

Insbesondere diese Klima-Zahlenarie geht mir auf den Senkel. Sie wird initiiert von Menschen, die überhaupt kein Interesse daran haben, an den durch den Menschen verursachten Verbrechen gegen die Natur irgendetwas zu ändern. Der Gipfel sind diese CO₂-Zertifikate. Sie zu verkaufen ist meines Erachtens ein religiöser Akt: Ich kaufe mich frei von meinen Sünden, sündige wie bisher weiter und kaufe mich dann wieder frei. Ablasshandel eben …

Zahlen sind etwas Schönes. Die ganze Musik basiert au Zahlen. Aber wie alles lassen sich auch Zahlen missbrauchen, wie in den vergangenen Jahrzehnten exzessiv zu beobachten ist.

Die Idee einer Wiederbelebung der Feigen- und Mandelproduktion ist eine gute Idee. Leider liegen mir keine Zahlen darüber vor, wie viel Geld die EU in die Förderung der Monokulturen im Vergleich zur Förderung der traditionellen Landwirtschaft steckt. Aber immerhin wird durch das aktuelle Projekt ein Fokus auf Dinge gesetzt, die mehr im Einklang mit der Insel stehen.

Vor der abschließenden Aussprache nach einem kleinen Snack habe ich mich allerdings auf die Finca zurückgezogen. Der Zahlenterror hatte mich demotiviert und meine Kapazitäten für einen Aufenthalt in einer öffentlichen Veranstaltung waren dann auch erschöpft.

Und zum Foto: Das ist ein Blick in den Kochtopf beim Zubereiten einer meiner Marmeladen. Diese hat den Namen HiPiMaMa. Es handelt sich um eine Mischung aus Higo (Feige), Piña (Ananas) und Mango. Und aus all dem wurde eine sehr leckere Marmelade.

¹⁾  Gofio ist eine gemahlene Getreidemischung, die in einem bestimmten Röstverfahren zubereitet wird. Es gehört zu den traditionellen Nahrungsmitteln auf den Kanaren. In unserer Nachbarschaft befindet sich auch eine Gofiomühle ….

 

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Der Wurm

Wurm

Auf dem Foto siehst Du einen Wurm. Er ist etwa 8 mm lang und lebt seit einer Woche an der Wand neben meinem Klo. Wenn ich also auf der Toilette sitze, nehme ich immer wieder Zeit, mir über das Leben dieses kleinen Lebewesens Gedanken zu machen. Erst einmal frage ich mich – wieso hat der Wurm sich ausgerechnet die Wand in meinem Badezimmer ausgesucht? Das ist doch für so einen Wurm ein Leben mitten in der Einöde! Weit und breit nur weiße Wand, nichts zu futtern, nichts zu trinken. Befindet sich der Wurm etwa auf einem Reinigungsprozess und hat sich dafür in die Wüste zurückgezogen?

Und - wo kommt dieser kleine Wurm eigentlich her? Wieso wechselt er seine Position nur minimal? Er bewegt sich allerdings nie, wenn ich in der Nähe bin. Zeitweise haftet er gestreckt an seiner vertikalen Basis, die letzten Tage hat er sich meist gekringelt wie auf dem Foto.

Vorgestern kam überraschend ein zweiter Wurm zu Besuch. Was die beiden den ganzen Tag gemacht haben, entzieht sich meiner Beobachtung. Ich sitze ja nicht den ganzen Tag in meditativer Versenkung auf meinem Klo. In jedem Fall war Wurm Nr. 2 nach einem Tag wieder weg und nirgends mehr auf den weißen Wänden meines Badezimmers zu entdecken.

Ich finde den Kontakt zu Kleinstlebewesen sehr spannend. So lebt z.B. seit etwa 10 Tagen auch eine Fliege in meinem Badezimmer. Ich unterscheide bei Fliegen sehr genau. Es gibt die, die einem vollkommen unsensibel mit ihrem Gesumme und Gekrabbel auf die Nerven gehen und dabei auch noch permanent versuchen, sich einem auf die Nase zu setzen. Von dieser Art ist die Mehrzahl. Und dann gibt es die anderen, die offensichtlich auf einer anderen Entwicklungsstufe angelangt sind. Sie suchen einen achtsamen Kontakt. So wartet die Fliege in meinem Badezimmer jeweils auf mein Erscheinen und ist dann immer in der Nähe. Beim Kämmen setzt sie sich auf den Spiegel, beim Zähneputzen auf eine Ablage. Ich brauche nur ins Bad zu kommen und mich zu fragen, wo denn die Fliege wäre – schon sehe ich sie in respektvoller Entfernung sitzen und mich beobachten.

Wer jetzt meint, das wäre hier irgend so ein Spinnkram, dem setze ich gerne noch einen drauf:  Ich hatte mal in Hamburg eine „Hausfliege“, die wochenlang in der Wohnung war, obwohl die Fenster offen standen. Wenn ich nach Hause kam und meine Schuhe auszog, setzte sie sich auf mein Knie. Wenn ich am Arbeiten war, saß sie auf meiner Schulter. Ich fühlte mich über Wochen nicht allein in der Wohnung, denn die Fliege war immer da, ohne auch nur ein einziges Mal zu nerven. Wenn ich anderen davon erzählte, hat das nebenbei gesagt niemand geglaubt. Ich musste dann für ein paar Wochen verreisen und habe mir ernsthaft Gedanken darüber gemacht, was aus der Fliege werden sollte, zumal ich wusste, dass ich die Fliege nie wiedersehen würde, denn so ein Fliegenleben ist mit 3 – 5 Wochen nicht allzu lang. So bat ich meine Tochter in meiner Abwesenheit ab und zu in die Wohnung zu schauen und wenn dort eine Fliege wäre, dieser nichts zu tun. Sie erzählte mir, dass sie in den ersten Tagen immer von der Fliege begrüßt worden wäre. Beim Arbeiten setzte sich die Fliege auf den Rand ihres Bildschirms. Nach etwa 10 Tagen wurde die Fliege allerdings nicht mehr gesehen.

Ich finde seit vielen Jahren den Kontakt mit Kleinstlebewesen äußerst spannend und könnte hier noch viel über Spinnen, Schnecken, Käfer, Ameisen, Wespen und andere erzählen. Es ist problemlos möglich, mit diesen Lebewesen zu kommunizieren. Der einfachste Weg ist es, mit ihnen zu reden. Im Gegensatz zu vielen Menschen, die auf Worte hören, achten Tiere auf das, was energetisch beim Reden übermittelt wird. Sie hören eben nicht, was sie hören wollen, sondern was in den Lauten schwingt. Deshalb spielt es auch keine Rolle, in welcher Sprache ich mit einem Tier rede – Tiere verstehen jede Sprache. (Was nicht heißt, dass Tiere nicht in der Lage sind, bestimmte Worte wie den eigenen Namen oder bestimmte Ansagen im Sinne der Worte zu verstehen.) Aber davon erzähle ich vielleicht ein anderes Mal mehr. Jetzt muss ich erst einmal dringend auf Klo und werde bei der Gelegenheit natürlich auch nach dem kleinen Wurm sehen …

 

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Hallo Matthias,
Na ja, mit Würmern hab ich 's eigentlich nicht so....,da sind mir Fliegen und Vögel lieber....ich hab mal eine interessante Studie über die Intelligenz von Fliegen gelesen, und es war ein spiritueller Meister zu Besuch.Ich fragte ihn ,ob er vielleicht darüber hören möge, da ich gerade so fasziniert von dem Artikel war. Er wurde etwas verlegen und meinte so, "och, Dankeschön , aber ich interessiere mich eigentlich mehr für Menschen..." Da muss ich heute noch herzlich drüber lachen ...😂
Bei mir verirren sich ab und zu Bienen, Hummeln und Hornissen. Ich bleibe ruhig und rede mit ihnen und zeige ihnen den Weg raus(aus dem Fenster). Sie sind so dankbar und innerhalb kürzester Zeit wieder draußen und ich freue mich. Die verstehen ganz gut!!

 

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Ich rede auch mit sämtlichen Tierchen, die meisten Fliegen sind regelrecht dankbar dafür, wenn ich sie sozusagen mit höflichen Worten nach draußen bitte.

 

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Progressive Degeneration

Blume Mauer

Es gibt Zeiten in denen einfach zu viel Müll auf einmal auf mich einprasselt. Aktuell habe ich gerade so eine Phase erwischt. Der Nachbar holzt auf seinem Grundstück wunderschöne alte Bäume ab. Im klaren Nachthimmel rauscht der Starlink-Train von Elon Musk über die Insel und bringt neue Satelliten ins Weltall. Im Gazastreifen werden ganze Landstriche systematisch von Bulldozern und Panzern durchpflügt: Olivenhaine, Orangenplantagen, Dattelpalmen – eine jahrhundertealte Infrastruktur wird dem Erdboden gleich gemacht.

Ich kenne viele Menschen, die das Geschehen um sie herum nicht an sich herankommen lassen. Mir gelingt das nicht. Ich bin gut darin, mich in konkreten Situationen abgrenzen zu können, aber es ist mir nicht möglich, die Welt in der ich lebe auszublenden. Ich suche für mich nach einem gangbaren Weg als Teil des Menschengewebes meine Autonomie zu bewahren und der progressiven Degeneration des Menschlichen so wenig wie möglich durch eigene Beiträge Vorschub zu leisten.

Mich erschreckt die Naivität des Nicht-Wissens und des Nicht-Wissen-Wollens um mich herum. Der Wunsch nach Bequemlichkeit und das Abgeben von Verantwortung ist Teil des Kalküls im Prozess der Entmenschlichung. Die Hingabe des Individuums an die alles kalkulierende, kontrollierende und manipulierende Maschine ist eine Aktivität, die das Indiduum in seiner Einzigartigkeit verblassen lässt, während es selber zu einem Teil der Maschine wird.

„Mit Karte oder bar?“ Bei meinem dreiwöchigen Aufenthalt in Deutschland habe ich nicht eine einzige Situation erlebt, in der bei einem Bezahlvorgang auf diese Frage mit „bar“ geantwortet wurde. Ich zucke jedes mal zusammen, wenn neben mir jemand mit Karte zahlt.

Es geht mir nicht um die grundsätzliche Nutzung von Karten, Apps, Internet-Kommunikationsplattformen oder Messenger. Die Tools gefallen mir gut. Aber sobald ich einen Blick auf die Entwicklung der Macht- und Eigentunskonzentration in Verbindung mit der Digitalisierung des Lebens werfe kommt eine klare Antwort: hier wird etwas im Sinne von nur ganz wenigen vorangetrieben.

Und (fast) alle nutzen Whatsapp. Das ist bequem und was soll man schon tun wenn alle es haben. Der Messenger hat inzwischen einen Status erreicht, der mich als Nicht-Nutzer von einer ganzen Reihe von Informationen hier auf der Insel ausschließt. Doch solange mir möglich möchte ich Herrn Zuckerberg durch Lieferung meiner Daten nicht mehr Macht geben, als er eh schon hat.

Sich im öffentlichen Raum ohne Apps zu bewegen wird immer mehr zu einem Ding der Unmöglichkeit. In Hamburg musste ich jetzt zur nächsten Haltestelle laufen, wo ich meinen Fahrschein mit Bargeld am Automaten kaufen konnte. Flexibilität war gestern. Die Begründungen zur Umstellung aufs Digitale grösstenteils eine Farce.

Auf Apps möchte ich so weit es mir möglich ist verzichten, solange es im Hintergrund allein darum geht, Daten über mein Verhalten zu sammeln, ein Profil von mir anzulegen und mich immer mehr in einer Art zu manipulieren, die ich immer weniger durchschauen werde. In der aktuellen Form der Digitalisierung des Alltags wird der Mensch Teil der Maschine und ist gleichzeitig eifrig bemüht, sich immer wieder selber zu  überzeugen, daß er frei in seinen Entscheidungen wäre. Der Mensch als programmierter Sklave.

Das ist das Problem des Nicht-Hinschauens, denn nur der Blick auf die individuelle Position innerhalb des Systems eröffnet eine Chance, Vorgänge und Tendenzen real einzuordnen. Zugegeben, das ist oftmals unbequem und in jedem Fall auch nicht einfach.

Ein zentraler Faktor der progressiven Degeneration ist der weltweite Digitalisierungszwang. Da ich es selber nicht besser ausdrücken kann, zitiere ich an dieser Stelle aus einem aktuellen Blogbeitrag von Norbert Häring:

Aus verständlichen, aber schlechten Gründen nehmen die meisten Menschen das Thema Digitalisierungszwang nicht besonders ernst, insbesondere die jüngeren, digitalaffinen. Die Bequemlichkeit ist ein sehr wirksames Lockmittel. Darauf will man nicht verzichten und man sollte es auch nicht müssen. Das große Problem besteht jedoch darin, dass nichtdigitale, die Privatsphäre wahrende Alternativen absichtsvoll beseitigt werden, damit alle Menschen all ihre Daten den Konzernen und Regierungen zur Verfügung stellen müssen. Das kann bis zu den sensibelsten Informationen gehen, deren Offenlegung noch unseren Kindern und Kindeskindern schaden kann, wie etwa genetische Informationen. Das sollte auch denjenigen Grund zur Sorge geben, die sich einbilden, sie hätten nichts zu verbergen.

Wenn alle gläsern werden, müssen auch alle in einer Gesellschaft leben, in der ein möglicherweise autoritärer Staat jede Opposition unterdrücken kann. Das Ergebnis ist meist nicht sehr bürgerfreundlich. Es bedeutet auch, dass alles, was nicht den Standard-Bedürnissen eines Max oder einer Erika Mustermann nach Produkten oder Behördenleistungen entspricht, nur noch sehr schwer zu bekommen ist. Digitalisierung und Standardisierung gehen Hand in Hand. Der Mensch, der nur noch mit einer chattenden Maschine und Online-Formularen kommunizieren darf, muss sich an die einprogrammierte Norm anpassen. Er wird unmerklich zum Teil eines Räderwerks zurechtgeschliffen.

Und das alles, um Washington zu helfen, zusammen mit seinen Mega-Digitalkonzernen die globale Dominanz gegenüber China zu bewahren. .... Ich möchte weder in einer chinesisch, noch in einer amerikanisch kontrollierten Digital-Technokratie leben.“

 

Über den „Abbau des Menschlichen“ (Buchtitel von Konrad Lorenz, 1983) haben in den vergangenen Jahrzehnten und auch Jahrhunderten viele geschrieben. Ich nenne was in unserer Zeit passiert eine progressive Degeneration. Wikipedia definiert das Wort „Degeneration“ als „Rückbildung und der Verfall vorwiegend ganzer Gewebe oder Organe“. Das Gewebe der menschlichen Gesellschaft durchläuft einen fortschreitenden Prozess der Abtrennung von der Natur gepaart mit der menschlichen Arroganz, sich selber nicht als Teil selbiger wahrzunehmen. Dieser Prozess ist nicht neu, hat aber in den vergangenen Jahrzehnten erheblich an Fahrt aufgenommen.

 

Was tun?

 

Mir fällt auf, dass insbesondere Vorgänge wie ich sie im einleitenden Absatz dieses Beitrags beschrieben habe in mir ein Gefühl von Ohnmacht bis hin zur Lähmung auslösen. Ich erlebe die Zerstörung der Natur wie eine Zerstörung von mir selber. Mir fällt weiterhin auf, dass ich beim Thema der Zwangsdigitalisierung lebendig bleibe, da ich selber dazu im Alltag Position beziehen kann und dies auch tue.

 

Ein paar Hinweise

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Feedback 1

Hallo Mathias, hier mein Feedback zu deinem sehr interessanten und gut geschriebenen Artikel. Ich habe den Artikel gern gelesen aber ich habe mich auch ziemlich schlecht dabei gefühlt. Denn auch ich gehöre zu den Menschen, die das alles hier nur aushalten wenn sie vieles nicht wissen. Von daher habe ich zuerst mal ein schlechtes Gewissen gehabt beim Lesen.

Für mich ist seit der Corona Zeit ein Überleben eigentlich nur noch so möglich, dass ich so wenig Nachrichten wie möglich schaue und mich auf die Dinge konzentriere, die mir gut tun und mich eben nicht beunruhigen.

Ich habe das Gefühl mein (Revoluzzer-) Pulver in den Jahren 2020-23 vollkommen verschossen zu haben. Ich kann auch nur mit Mühe weitere Prophezeiungen anhören, bezüglich was noch alles Schreckliches kommen wird - durch die sich ausweitenden Überwachungstechnologien.

Es ist so wie du es sagst in Deinem Vorspann, du bist anders als viele andere. Und ich sehe auch, dass das eine Stärke von dir ist. Du die Hintergründe suchst, dich bewusst informierst … und darunter leidest, - und es bevorzugst hinzuschauen.

Ich schätze das an dir.

 

Feedback 2

Danke, dass Du genau all das und Deine Gefühle dazu teilst. Erbaulich ist es nicht, aber wahrhaftig... Es ist genau mein "Weltschmerz" ob dieser Phänomene, die Du beschreibst. Aber so richtig in die Tiefe kann ich da nicht mit vielen Menschen sprechen, weil einfach vielen der Überblick und die Zusammenhänge fehlt. Überall erobern raffgierige Menschen die Welt... Nachts blinken die Windräder und treiben mir das Flimmern in die Augen, am Himmel leuchten Satelliten heller als jeder Stern und in den Städten wird es immer lauter und greller... Nicht meine Welt, da brauch ich noch nicht mal an Politik zu denken.

Ich mache mir große Sorgen um die Menschheit und noch mehr um Mutter Erde, um die Natur und frage mich immer wieder, auf was für ein Leben ich meine Kinder da vorbereite und in welche Welt ich sie entlasse... Es liegen so viele Fakten auf dem Tisch und doch lassen sich 98% der Menschen von der Digitalisierung einlullen. Handy und Co sind das Opium der Moderne und unsere Kinder werden schon in den Schulen an die Geräte gefesselt... Ich bin ein Außenseiter, weil ich kaum Apps auf meinem Handy habe und bin aus vielem draußen, weil ich ohne WhatsApp Facebook und Insta unterwegs bin... Ich will aber auch wirklich nicht rein in diese Welt der Illusionen... Und es gibt die Menschen auch noch, mit denen sich noch ganz analog und im Realkontakt das Leben gestalten lässt.

Vielleicht erreichst Du nicht so viele Menschen mit Deinen Worten, aber jeden den Du erreichst und der beginnt sich Gedanken zu machen ist ein kleines Licht. Und historisch war es ja schon immer so, dass die Veränderungen zum Positiven von wenigen Menschen ausgingen, die oft schmerzhaft Wege gebahnt haben und nicht aufgehört haben an ihre Visionen von einer gerechteren Welt zu glauben...Vielleicht wird Schmerz auch weniger, wenn wir ihn teilen?!

 

Feedback 3

Du bist nicht allein mit deinen Gefühlen und Gedanken, ich kann alles sehr gut nachvollziehen und bin voll bei dir!! Ich hab gelesen, daß du Beratungen anbieten wirst...zum auswandern, das find ich ganz prima und werde da sicher gern drauf zugreifen ,zu gegebener Zeit. Hoffentlich bald!

 

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Rückblick

Flughafen 1

Die Zeit in Hamburg hat mir gut getan. Ein kleiner Urlaub aus dem Fincaleben, das für mich im vergangenen Jahr aus einem fast tagtäglichen mich-nach-den-Terminen-der-Handwerker- und-Bauarbeiter-richten bestanden hat.

Auch das 9-Euro-Ticket war gut. Endlich mal öffentliche Verkehrsmittel benutzen zu können, ohne für jede Fahrt und an jedem Ort über Tarife, Zonen, Zeiten, Gültigkeiten und ähnliches nachdenken zu müssen.

Nach zwei Jahren endlich mal wieder beim Einkaufen Menschen ins Gesicht sehen zu können - da habe sogar ich Spass am Einkaufsbummel gefunden. Und – endlich Platz beim Schlangestehen! Wie hatte mich das doch viele Jahre lang genervt, sich an der Kasse oder beim Einchecken am Flughafen permanent in einem Modus der Selbstverteidigung zu befinden. Da gab es die Drängler von hinten, die einem ständig etwas zwischen die Beine schoben um einen indirekt dazu aufzufordern, den Meter vor einem zu befüllen. Von denen sich sogar einige erdreisteten, sich nach dem Motto „wenn-Sie-nicht-kann-ich-mich-ja-hier-hinstellen“ einfach zwischendrängelten. Die neuen staatlichen Benimmregelungen machen es möglich. Wobei die Disziplin schon wieder am Bröckeln ist …

Alles andere, was unter dem Motto „social distancing“, also als „Absonderungsregelungen“ verkauft wird, hat keine gute Wirkung hinterlassen. Wer zwei Jahre ohne Kontakt zu Kolleg*innen alleinlebend im Homeoffice war, ist wie eine Pflanze, die zwei Jahre kein Wasser mehr bekommen hat. Ich habe so einige Menschen getroffen, die ich zuletzt in 2020 gesehen hatte und die heute auf mich den Eindruck machten, 10 Jahre älter geworden zu sein.

Auch mir hat in den vergangenen Wochen Tanzen und jede Form von körperlichem Kontakt gut getan. Auf der Insel habe ich zwar erheblich mehr sozialen Kontakt als in Hamburg, aber der bewegt sich weniger auf der körperlichen Ebene. Deshalb sehe ich es auch als eine meiner Aufgaben, auf der Insel eine bessere Infrastruktur für Körperkontakt jeglicher Form zu schaffen.

 

Eine kurze Zusammenfassung wie sich mir die aktuelle politische Lage darstellt …

Die Machthabenden in Deutschland (und auch anderen europäischen Ländern) wollen ihren Energiebedarf jetzt woanders einkaufen. Damit wollen sie einen Lieferanten bestrafen, der wie sie sagen BÖSE ist. Um diesen zu bestrafen, wollen sie den Energiebedarf bei anderen Lieferanten decken, die nicht weniger BÖSE sind. Dabei wird in Kauf genommen, dass die neuen Lieferanten die Energie unter extrem umweltschädlichen Nebenwirkungen fördern und die Lieferwege wesentlich länger sind, als bei dem bisherigen Lieferanten. Das wird von den Machthabenden als umweltfreundliche und nachhaltige Politik verkauft. Da der Energiebedarf nicht zu decken ist, werden Atomkraft und Kohle wohl bald als grüne Energie verkauft werden.

Man ignoriert, dass über Jahrzehnte geschaffene Lieferwege eine Infrastruktur bedeuten, die nicht von heute auf morgen ersetzbar ist. Die Machthabenden agieren dabei mit dem Denken von Normalbürgern. Wenn mir Aldi nicht mehr gefällt dann gehe ich eben zu Lidl einkaufen. Durch diese Ignoranz riskieren sie im worst case den Zusammenbruch des kompletten europäischen Wirtschaftsraumes und wenn es ein bischen besser laufen sollte zumindest die Verarmung grosser Teile der Bevölkerung.

Da den Machthabenden ihre Risiken teilweise bewusst sind, investieren sie vorsorglich erhebliche Anteile der Steuergelder in die Ausstattung von Militär, Polizei und Feuerwehr. Nur für den Fall, dass ein Teil der Bevölkerung das vorgeschriebene Spiel nicht mitspielen will.

In Deutschland gibt es einen Bundeskanzler, oder wie in einem früheren Beitrag ausgeführt einen Schultheiß, der in alle möglichen Finanzskandale verwickelt ist und sich alzheimerverdächtig bei Befragungen zu seinen Treffen mit Bankern an nichts erinnern kann. Es gibt eine Aussenministerin, bei der nicht ganz klar ist, für welches Land sie eigentlich als Ministerin unterwegs ist. Dass ihr die Meinung der Menschen in Deutschland dabei egal ist, hat sie offen gesagt. Ein Wirtschaftsminister arbeitet hart daran, die deutsche Wirtschaft gegen die Wand zu fahren und gibt Durchhalteparolen aus für eine Situation, die er selber mit verursacht hat. Sie werden dabei unterstützt von einem Gesundheitsminister, der alles dafür tut, dass die Kassen der Pharmakomzere klingeln und die Menschen in Deutschland kränker und kränker werden …

Und ein durch Medien verdummtes Volk steht in Treu und Glauben hinter ihnen.

Deutschland im Spätsommer 2022 …

 

Mit meinem Blog verzichte ich auf Präsenz im sogenannten „Social Media“. Wenn Dir meine Gedanken wert sind, sie mit anderen zu teilen, darfst Du gerne auf diesen Blog oder einzelne Artikel in der von dir favorisierten Form von Netzwerkarbeit verlinken. Ich selber setze auf unkontrollierte Netzwerke …

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Nahrung und Energie (Teil 2)

Feigenbaum

Wie unterscheidet sich die energetische Substanz einer Feige von einer Physalis?

Wir reden von zwei Früchten, die beide auf der Finca La Paz wachsen. Es geht nicht um Vitamine oder sonstige mit herkömmlichen wissenschaftlichen Methoden messbare in der Frucht enthaltene Stoffe. Wir beschäftigen uns mit den Kräften, die die einzelnen Früchte in ihrer Wachstumsumgebung und unter den Wachstumsbedingungen innerhalb ihres Reifeprozesses gespeichert haben.

Beide Früchte sind auf der Vulkaninsel El Hierro gereift und waren dabei sehr intensiv wirkenden Kräften des Feuers, der Luft und des Wassers ausgesetzt. Allerdings wie noch auszuführen sein wird auf sehr unterschiedliche Weise.

Im oberen Bereich unserer Finca stehen zwei sehr alte Feigenbäume. Beide leben am Hang und sind extremen Winden ausgesetzt. Sie haben sich im Laufe ihres Wachstums über vermutlich mehrere100 Jahre dazu entschlossen oder wurden vielleicht auch durch äußere Einwirkungen dazu gezwungen, sich in Bodennähe auszubreiten. Dadurch wurde ein ganzer Hang zu einer Fläche mit kreuz und quer wachsenden Feigenästen, die auf ihrem Weg in die weite Welt hinaus auf dem Boden aufliegend neue Wurzeln entwickelten, um über diese Äste zusätzlich Nahrung aus dem Boden aufzunehmen. Das Feigengeflecht war so dicht, daß im Innenbereich so gut wie keine Früchte mehr wuchsen. Diesen Feigenschlingäste-Urwald habe ich teilweise im vergangenen Jahr ein wenig gelichtet.

Die Feigen erlebe ich als Urgestein. Sie sorgen für sich selber, brauchen auch in Trockenzeiten keine Bewässerung und haben eine unglaubliche Lebensenergie. So wurden im Sommer dieses Jahres die Feigenbäume der Umgebung von einem Pilz befallen. Innerhalb weniger Wochen waren alle Blätter am Boden und der Hang sah aus wie ein Klettergerüst, an das sich kleine grüne Früchte klammerten. Nachdem ich die Feigenernte für dieses Jahr schon fast abgeschrieben hatte, begannen mitten im August, also im Hochsommer und ohne dass es geregnet hätte, von einem Tag auf dem anderen kleinen grüne Sprossen aus den Ästen zu brechen. Es war faszinierend anzusehen, wie der Baum seinen eigenen Frühling erschuf und sich die Früchte jetzt langsam einem Reifestadium nähern.

Physalis sind da ganz anders. Das sind zarte Pflänzchen. Wenn sie ihren Platz gefunden haben, können sie zu mächtigen Büschen heranwachsen. Dafür brauchen sie allerdings Unterstützung, den sie sich gerne bei in der Nähe wachsenden Bäumen und Büschen suchen. Nachdem im vergangenen Jahr einer unserer Nektarinenbäume eher wie ein Physalis-Baum aussah, habe ich mich entschlossen, den Pflanzen bei Ihrem Wachstum Kletterhilfen zu bauen, an denen sie diagonal in die Höhe wachsen können, während in der Mitte viel Licht zum Stamm der einzelnen Pflanze vordringen kann. Da die Pflanzen allerdings am liebsten alleine nach Kletterhilfen suchen, darf ich sie von Zeit zu Zeit vorsichtig auf die nächste Stufe des Gerüstes legen. Vorsichtig allein schon deshalb, weil die Stengel äussert delikat sind und sehr leicht abbrechen. Physalis mögen keinen Wind. Nachdem sie mir gezeigt haben, welches hier auf der Finca von ihnen bevorzugte Plätze sind, bringe ich ihre Ableger gerne in Lagen, in denen sie vor dem von Nordosten heranbrausenden Alisio, einem Passatwind, Schutz finden. Manche Pflanzen lasse ich auch dort, wo sie sich selber gerne ansiedeln möchten. Physalis möchten gepflegt und gewässert werden, weshalb ich mindestens einmal in der Woche alle Pflanzen genauer in Augenschein nehme. Die Pflanzen sind offensichtlich gerne hier auf der Finca. Ich kenne keinen anderen Ort auf der Insel, an dem sie in solch einer Pracht vertreten wären.

Der Vulkan - der Atlantik - die Sahara

Physalis wie Feigen tragen im frischen wie im getrockneten Zustand die vulkanische Kraft dieser Insel in sich. Allein das kann schon als in Alleinstellungsmerkmal für die Früchte dieser Finca angesehen werden. Und auch in 600 Metern Höhe erreicht sie das Meer. Das Salz der Gischt kommt bis hier oben und bildet feine Ablagerungen. Die Früchte werden immer wieder vom Staub der Sahara bedeckt, der von Zeit zu Zeit die Sonne verschleiert, wenn er in mehreren tausend Metern Höhe durch die Lüfte in Richtung der Karibik zieht. Das sind alles energetische Anteile, die auf die Pflanzen vor Ort einwirken und als Wirkkräfte (Energien) in ihnen enthalten sind:

Was unterscheidet nun den energetischen Gehalt beider Pflanzen?

Die Feigen sind schon immer hier und bisher scheint es ihnen egal, ob wir nun hier auf der Finca sind oder nicht. Ihre Energie definiert sich durch die in ihnen enthaltene Grundsubstanz dieses Ortes.

Die Physalis sind wie Schutzbefohlene. Sie möchten gepflegt und umsorgt werden. Das bekommen sie auch und tragen somit einen hohen energetischen Anteil derer, die sich um sie kümmern. Und das sind wir hier auf der Finca, wobei die Physalis in erster Linie in meinen Aufgabenbereich fallen. Sie sind vertraut und verbunden mit meinem Wesen, welches sie durch den Kontakt in sich aufnehmen. Du nimmst beim Genuss einer getrockneten Physalisfrucht von dieser Finca also einen erheblich größeren Anteil der in mir und durch mich hindurch wirkenden Kräfte in dich auf, als wenn Du eine von mir gepflückte und getrocknete Feige ißt.

Auf dem Foto einer der Feigenbäume. Die Verästelungen rings um den Hauptstamm breiten sich in einem Umkreis von etwa 20 - 25 Metern nach allen Seiten aus.

Mehr zum Verarbeitungsprozess der Physalis und eine Meditationsanleitung zur Einnahme der Früchte im Beitrag Energietransfer in der getrockneten Frucht .

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Nahrung und Energie (Teil 1)

Moehre

Wir investieren hier auf der Finca viel Zeit in den Anbau von Gemüse und die Pflege von Bäumen, die Früchte tragen. Im Sinne eines monetären Effizienzdenkens sollten wir unsere Nahrung lieber kaufen. Oder vielleicht doch nicht?

Mir sind nach einem morgendlichen Frühstücksgespräch eine Reihe von Gedanken gekommen, was neben physikalisch messbaren Bestandteilen eines Nahrungsmittels noch alles in dem  enthalten sein könnte, was ich in meinem Körper zur Wirkung kommen lasse. Eines ist unbestritten – was durch meine Speiseröhre rutscht oder fliesst, wird für einen kürzeren oder längeren Zeitraum Teil des Körpers, in dem ich mich in der Welt bewege.

Nach welchen Kriterien ich allerdings meine Nahrung auswähle, wird auf unterschiedlichste Meinungen stoßen. Die meisten Menschen haben zu diesem Thema gar keine Meinung, weil sie weder beim Essen noch sonst im Leben hinterfragen, was sie eigentlich tun. Die Anzahl derer, die sich über das Essen Gedanken macht, ist aber doch bedeutend. Viele beschäftigen sich dabei mit den physikalisch messbaren Inhaltsstoffen. Nährwert wird unter den Aspekten Vitamine und Joule betrachtet. Joule ist eine Maßeinheit, Energie in Zahlen zu bringen. Und damit sind wir bei der Energie, einem zentralen Aspekt der Nahrung.

Was ist eigentlich Energie?

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und beschreibt eine lebendige Kraft die wirkt. Die Wissenschaft oder das, was wir heutzutage Wissenschaft nennen, hat den Begriff der Energie vor gerade mal 200 Jahren für den Bereich der Physik reserviert. Insofern gilt für viele Menschen: Energie = Joule. Diese Reduzierung ist Teil eines Trends der letzten Jahrhunderte, das Spektrum in dem wir leben auf einen immer engeren Raum zu begrenzen und uns zu belehren, dass diese Enge das Ganze wäre. Grundlage dessen ist der Irrglaube, daß Leben messbar wäre und in Formeln gebracht werden könne. In diesem Sinne findet man bei einer Suchabfrage im Internet auch in erster Linie Treffer, die Energie als einen rein physikalischen Begriff beschreiben.

Aber Energie ist mehr

Eine meiner ersten bewussten Begegnungen mit der Wirkkraft hatte ich als Jugendlicher bei der Besichtigung einer Wohnung in Hamburg. Alles schien passend – die Gegend, die Zimmer, der Ausblick – genau was ich gesucht hatte. Aber irgendwie hatte ich beim Besichtigungstermin ein mulmiges Gefühl. Im hinteren Zimmer entdeckte ich plötzlich eine Klappe in der Wand. Mit ein wenig Rütteln könnte ich sie öffnen und blickte auf eine Sammlung von Runenzeichen, deren konkrete Bedeutung mir nicht zugänglich war. Aber ich wusste in dem Moment, dass ich aus diesen Räumen schleunigst verschwinden sollte.

Ich hatte einen eindeutigen Hinweis der Vorbewohner erhalten, daß sie in dieser Wohnung mit ihrer Energie weiterhin hochgradig präsent waren. Und es war ein freundlicher Hinweis des Universums, der mich darin bestärkte, in Zukunft mehr meiner Wahrnehmung zu folgen, auch wenn sie nicht visuell oder messbar bestätigt werden sollte.

Energie ist wirkende Kraft

Jede Wirkung hinterlässt Spuren. Wie in der gerade beschriebenen Wohnung wirkt Energie in allem weiter, womit sie sich verbunden hat. Um eine Anleihe bei der die Dinge vereinfachenden klassischen Physik zu nehmen: Wenn ich Wasser in einem Topf erhitze, bleibt es warm; auch wenn die Wärmequelle schon lange wieder ausgeschaltet worden ist.

Kräfte wirken somit nicht allein für den Zeitraum, in dem die Quelle dessen was einwirkt noch vorhanden ist, sondern lange darüber hinaus. Deshalb enthält ein Nahrungsmittel nicht allein in Joule messbare Wirkkräfte, sondern wird bezüglich seines qualitativen Wertes durch viele weitere Faktoren bestimmt.

Wir haben auf der Finca inzwischen ein sehr kreatives Zusammenleben mit den hier wachsenden Früchten. Im zweiten Teil dieses Beitrags werde ich näher darauf eingehen, was die energetische Substanz einer Feige von der einer Physalisfrucht unterscheidet. Beide wachsen am gleichen Ort, übertragen aber in ihrer getrockneten Form sehr unterschiedliche Kräfte. Weiterhin kannst du erfahren, wieso eine getrocknete Physalis für mich ein Wirkmittel ist, die mir zur Verfügung stehenden Kräfte an andere weiterzugeben.

Zum Foto über diesem Beitrag: Welche Kräfte das Wachstum dieser Möhre beeinflusst haben bleibt ein Rätsel. Sie stammt aus einer Charge von Setzlingen, die in einem Beet ausgepflanzt wurden. Fünf Pflanzen erreichten ein Gewicht von über einem Kilo. Keine der Möhren wurde gedüngt. Die Möhre auf dem Foto wog 1080g, war saftig, gehaltvoll und wir haben mehrere Tage davon gegessen. Sie wuchs in nächster Nähe mit Auberginen und Rote Bete. Auch die Auberginen und Rote Bete gedeihen prächtig. Von nur drei Auberginenpflanzen haben wir schon mehr als 50 Früchte geerntet. Wie ich gerade lese, sollte man Auberginen, Rote Bete und Möhren laut den verfügbaren Anleitungen im Internet nie als Nachbarn pflanzen! Aha …

 

Ein paar Hinweise

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Motoren sind Fremdkörper

Katze auf Auto

Ich erlebe das Geräusch eines Motors als einen schmerzenden Trennungsschnitt. Das ist jetzt keine für mich neue Erfahrung, aber hier auf der Insel wird mir die Wirkung mechanisch erzeugter Töne noch deutlicher als in der Stadt. Wobei die Wirkung auf den Organismus sicherlich die gleiche ist, egal wo ich mich aufhalte.

Wer in der Nähe einer Autobahn wohnt, hört irgendwann keine Autobahn mehr. Die Autobahn ist allerdings Tag und Nacht Teil seines Lebens.

Je mehr ich mich aus einer die Sinne abstumpfenden Umgebung herauslöse, um so klarer wird die Wirkung der unbewusst den Alltag bestimmenden Lärmquellen. Hier auf der Insel haben Motorräder, Laubbläser, Freischneider, Staubsauger oder Autos eine bewusst wahrnehmbare Botschaft der eigenen Un-Natur.

Lärm ist für viele Menschen heute ein Suchtfaktor. Sie haben das Gefühl ohne Geräuschkulisse nicht mehr leben zu können. Mit einer permanenten Beschallung elektronisch oder mechanisch erzeugter Wellen erreichen sie, sich selber immer weniger zu spüren. Und wenn die Dosis nicht mehr ausreicht muss der Lärmpegel erhöht werden.

Wie bei allen Aspekten unseres Alltags geht es hier aber allein um den Umgang mit der Materie. Nehmen wir als ein Extrembeispiel der Umweltverschmutzung durch Lärm die Laubbläser. Ich hasse diese Geräte und habe oftmals dem Erfinder gewünscht, dass ein Trupp bewaffnet mit diesen Motorheulern regelmässig zu seinen Ruhezeiten um sein Haus herum gehen würde. Bei allen Beobachtungen zum Einsatz dieser Geräte komme ich zu dem Schluß, dass es durchaus einen kleinen Anteil von viellicht 2-3% der aktuellen Nutzung gibt, bei denen so eine Heulboje sinnvoll eingesetzt werden kann. Jeder weitere Einsatz kann entweder komplett unterbleiben, da überflüssig oder sogar umweltschädlich oder könnte mit anderen Geräten (wie z.B. einem Besen!) erledigt werden.

Menschen die sich im Kontakt mit ihrer Umgebung befinden, haben in einer künstlich erzeugten und vielfach überflüssigen Lärmverschmutzung eine immer schwerere Position. Für manche ist der Weg in eine naturverbundenere Umgebung ein Schritt zur Linderung. Doch gleichzeitig fällt einem wie z.B. hier auf der Insel, zumindest wenn man hier seinen Lebensmittelpunkt hat, der Angriff der Lärmfaktoren viel mehr auf als in der Stadt. Der Kontakt zur Natur macht einem einfach vieles deutlicher, was in dieser Form in der Alltagsumgebung nicht deutlich werden kann, da der Alltag mit seinen tausend unbewusst beeinflussenden Faktoren keine Perspektive von Aussen zulässt. Und der Blick von Aussen ist Voraussetzung für Erkenntnis.

Das Bewusstwerden fordert mich dazu auf, die Ausrichtung der Aufmerksamkeit mehr und mehr nach Innen zu verlagern. Der Kern in mir ist Stille. Und mit dieser Stille in Kontakt zu treten eröffnet einen Raum der Weite. Das mag gerne Tag für Tag in Meditation geübt werden. Egal ob in der Stadt oder mitten in der Natur.

 

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Wen wählen? Die ultimative Wahlempfehlung

Mond 700px

Wenn schon mal wieder Wahlen anstehen, mag ich gerne eine Empfehlung abgeben, wo das Kreuzchen an der richtigen Stelle steht. Dazu einleitend ein paar grundsätzliche Gedanken.

Demokratie als Staatsform ist schon seit vielen Jahren ein gesellschaftliches Scheingebilde. Mir fällt kein Land der Welt ein, in dem die Mehrheit der Menschen (Demokratie = Herrschaft des Volkes) viel zu sagen hätte. Hätten sie etwas zu sagen, würde mit Sicherheit nicht das Vermögen in den Händen von einigen ganz wenigen konzentriert sein, sondern allen zugute kommen. Aber immerhin schaffen es die wenigen, die Mehrzahl der Menschen so zu manipulieren, daß diese in dem Glauben bleiben, sie hätten irgendetwas zu sagen. Regelmässige Wahlen gehören zu diesem Spiel dazu.

Eine Demokratie setzt mündige Bürger voraus. Davon gibt es bedauerlicherweise nur sehr wenige. Nichts hätte den unmündigen Bürger besser deutlich werden lassen als die Aktion mit den Masken. Wären die Bürger als mündig angesehen worden, hätte man ihnen in einer Situation wie 2020 die Wahl gelassen, eine Maske zu tragen oder auch nicht. Aber es gab keine Wahl und es gab kaum mündige Bürger. Und die den Kurs bestimmenden Kräfte bekamen die Antwort, die sie sich gewünscht hatten. Bei ihrer weltweit angelegten Gehorsamkeitskampagne haben die meisten so reagiert, wie es von ihnen erwartet wurde. Die Mehrzahl lief ohne Mund und Nase herum, hatte die Augen auf die Propangandatafeln der Herrschenden gerichtet und die Ohren geöffnet für eine aus allen medialen Kanälen strömende Propaganda. Auf diese Weise terrorisiert ließ sich die Mehrheit der Bevölkerung Injektionen spritzen, über deren Inhaltsstoffe und Wirkungen sie nicht einmal informiert wurden und nach denen auch kaum jemand fragte. Verständlicherweise, denn er oder sie hätte keine Antwort bekommen.

Ganz nebenbei schlossen sich angesichts der (inszenierten) Bedrohungslage die Mehrzahl der Parteien des politischen Spektrum zusammen, um Reste einer demokratischen Gesellschaft wo es ihnen möglich war zu beseitigen. Diese Aktion nannten manche von ihnen „Rettung der Demokratie“. Vor den in diesem Jahr anstehenden Wahlen laufen genau die Politiker, die eifrig bemüht sind die Demokratie zu schleifen, an der Spitze von Aufmärschen, in denen sie alle, die nicht zur großen Koalition der „Demokratieretter“ gehören, als Gefahr für selbige hinstellen.

Die einzige stimmenmäßig maßgebliche Partei, die in den vergangenen Jahren noch den Mund aufmachte, war in Deutschland die AFD. Bis heute stellt die AFD im Bundestag Anträge, die in einer Demokratie unbedingt eine Mehrheit erhalten sollten, wie z.B. den Antrag zur Ablehnung der regelwidrigen Machtausweitung der WHO oder für Friedensgespräche im Ukraine-Krieg. Es ist allerdings von jeher im deutschen Bundestag üblich, keinen Anträgen zuzustimmen, die von einer Partei gestellt werden, die nicht die eigene oder Teil der Regierung ist. Um das zu unterstützen wurde irgendwann der (grundgesetzwidrige) Fraktionszwang eingeführt. Anträge einer oppositionellen Partei haben nur in seltensten Ausnahmefällen eine Chance. Diese Erfahrung durften alle Parteien in einer Oppositionsrolle machen seitdem es den Bundestag gibt.

Es gibt aktuell in Deutschland zwei oppositionelle Parteien, die Chancen haben, bei den diesjährigen Wahlen die von den etablierten Parteien definierten Hürden zum Ausschluß von Minderheiten  zu erfüllen. Einmal haben wir da die „Alternative für Dumme“. Diese Partei hat es geschafft, sich als Opposition aufzubauen, was bedeutet, dass sie ziemlich schlau ist. Sie ist deshalb eine Alternative für Dumme, da sie keine wirkliche Alternative zu den Entwicklungen einer Gesellschaft bietet, in der der Mensch Schritt für Schritt entmenschlicht wird. Wer mit dem Gedanken spielt, beim Kreuzchen-Spiel dieser Partei ein Kreuzchen zu setzen, sollte sich darüber bewusst sein, dass die Partei wie fast alle anderen Parteien auch in erster Linie nationale Interessen verfolgt. Uns soll es gut gehen, egal wie es den anderen geht. (Spitzenreiter bei dieser Einstellung ist allerdings die Partei der Heuchler und Selbstgerechten, die für ein sauberes Deutschland den Rest der Welt verdreckt.) Wer trotzdem mit dem Gedanken spielt, die AFD zu stärken, sei ein intensives Studium ihrer systemkonformen Grundlagen empfohlen, wo von der „Festung Europa“ zu lesen ist und man sich auch vehement für die Nutzung von Atomkraft ausspricht.

Die andere Partei gruppiert sich um Sarah Wagenknecht, deren Stellungnahmen ich seit vielen Jahren schätze und der ich wünsche, dass sie bei ihrem Hervortreten als eine wirklich oppositionelle Politikerin weiterhin viele Schutzengel um sich hat. Das Programm des BSW bietet reale Alternativen. Wie viele Menschen es außer Frau Wagenknecht in dieser Partei noch gibt, die politisches Rückgrat haben, kann ich nicht beurteilen.

Zurück zu den grundsätzlichen Fragen der Staatsform, in der wir leben und von der viele glauben, dass es sich um eine Demokratie handeln würde. Was hat ein nationales Parlament oder was haben Vertreterversammlungen auf anderen Ebenen (Länder, Städte, Gemeinden, Bezirke) heute zu sagen? Im Prinzip nichts. Die, die die wirtschaftliche Macht haben, haben diese so abgesichert, dass es keinem Staat, keinem Land und keiner Stadt möglich ist, einen Weg einzuschlagen, der ihnen nicht passt. Wer dafür Beipiele sucht beschäftige sich gerne mit Versuchen von Regierungen, vom vorgegebenen Kurs abzuweichen. Wenn es ein kompletter Staat wie z.B. Griechenland ist, wird dieser schnellstmöglich wieder auf Kurs gebracht. Dabei helfen internationale Regulierungsinstitution wie die Weltbank, der IWF oder in Zukunft laut Plan die WHO.
Für Einzelpersonen, die im Widerspruch zum vorgegebenen Kurs eine gewisse Bedeutung erlangen, gibt es auch in unseren „Demokratien“ vielfältige und nicht besonders demokratische Methoden, sie wieder unbedeutend werden zu lassen.

Leider funktioniert unsere Gesellschaft so. Mir wurde manches deutlicher, als ich mich als Jugendlicher per Anhalter durch Europa bewegte und bei diesen Reisen oftmals auf Menschen traf, denen die Interna der Macht näher waren als denen, die draußen vor der Tür hocken und brav ihren Medienbrei schlucken. So erzählte mir einmal jemand aus der oberen Etage eines Mineralölkonzerns, dass man in ihrem Hause der Anti-Atomkraftbewegung sehr dankbar sei. Man hätte zum Bau weiterer Atomkraftanlagen langfristige Verträge geschlossen und es könnte seiner Firma nichts besseres passieren, als dass der Bau von Atomkraftwerken gestoppt würde. Sie bräuchten in dem Fall nicht zu bauen und würden auf Basis ihrer Verträge trotzdem verdienen.

Auf der Ebene der Entscheider gibt es keine Kreuzchen. 

Wer durch Wahlen an einer Gestaltung des gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchte, hat diese Möglichkeit an anderer Stelle. Ein paar Beispiele:

Du hast eine Wahl zwischen Bargeld- und Kartenzahlung. Dies ist aktuell das wichtigste Vehikel, um gegen den weiteren Ausbau des Kontrollstaates zu protestieren.

Und es gibt mehr Möglichkeiten, bei denen Du die Wahl hast: Du kannst wo möglich auf alles verzichten, was mit „Smart“ beginnt. Du kannst Dein Amazon- und insbesondere dein Paypal-Konto löschen. Du kannst Deine GMail löschen und (so weit noch möglich) auf alle mit Google verbundenen Dienste verzichten. Du kannst die Nutzung Deines MÜG* auf das reduzieren, was unverzichtbar ist, um noch am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Meine ultimative Wahlempfehlung ist ein Kreuzchen bei dir selber. Es ist ein Schritt in die Selbstverantwortung. Unsere Welt ist nicht komplexer als je zuvor. An „Experten“ zu deligieren ist dummes Gerede derer, die diese Experten bezahlen. Lass Dich nicht blenden, schärfe Deine Wahrnehmung und vertrau Dir selber!

* MÜG (Mobiles Überwachungsgerät, oftmals auch Smartphone genannt)

 

Ein paar Hinweise

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Matthias‘ Yoga

Matthias Yoga

Yoga ist für mich der Weg in den Tag. Dabei ereignet sich jeden Morgen ein bewusstes Einlassen auf meinen Körper, eine Hinwendung zu dem was es braucht, um gut einen weiteren Tag in der Welt der Körper zu verbringen. Meine Yogaaktivitäten sind flexibel und der zeitliche Rahmen erstreckt sich von einer 15minütigen Kurzversion bis zu einem dreistündigen Programm. Auch das Frühstück gehört dazu, das ich gerne mit viel Ruhe vorbereite und zu mir nehme.

Seit vielen Jahren geniesse ich den Luxus, meine Zeit nach eigenen Vorgaben einzuteilen. Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich es mir leisten kann, als dass ich gelernt habe, mir diese Lebensweise zu leisten. Und so ist es mir u.a. gelungen an den meisten Tagen des Jahres eine zwei- bis dreistündige Yogavariante in meinen morgendlichen Alltag zu integrieren.

Mein Weg aus dem Bett führt ohne Umwege das ganze Jahr über unter eine kalte Dusche. Das belebt schon mal ungemein. Als nächstes bereite ich mir eine große Tasse mit warmem Wasser, setze mich auf einen Meditationsplatz, lasse die Gedanke strömen wie sie strömen möchten und trinke. Das belebt im Inneren und an manchen Tagen führt von dort ein direkter Weg zur Entleerung des Darmes. Aus der sitzenden Position heraus mache ich erste Übungen, die Muskulatur zu beleben und komme dann vom Sitzen ins Stehen.

An dieser Stelle beginnt, was die meisten Menschen unter „Yoga“ verstehen: Körperübungen, auch Asanas genannt. Das Gerüst meines ganzheitlichen Körpertrainings sind fünf Folgen des Sonnengrußes. Dieses Gerüst fülle ich mit dem, was mir in etwa 20 Jahren Yogapraxis begegnet ist und was ich für meinen Körper als wichtig und unterstützend erfahren habe.

Meine erste Begegnung mit Yoga habe ich vor mehr als 40 Jahren im Breitensportprogramm der Hamburger Universität gemacht. Damals redeten alle von Yoga und deshalb wollte ich das auch mal probieren. Es war eine Qual und gleichzeitig der Beginn einer etwa 20jährigen Yogapause. Erst bei Andro kam ich in Berlin wieder mit Yoga in Berührung. Wer an seinen Workshops teilnahm kam um Yoga nicht herum. Und siehe da, das hat mir richtig Spaß gemacht! Andro hatte aus Indien ein Yoga mit Mantras mitgebracht. Und mit Stimme werden viele Asanas zu einem ganz besonderen Erlebnis. Nach diesem anregendem Impuls für eine neue Yogapraxis habe ich mich weiter umgesehen und Unterricht in sehr unterschiedlichen Methoden und bei vielen Lehrer*innen genommen. Überall konnte ich etwas für mich mitnehmen und in meine individuelle Praxis integrieren.

Mir ist aufgefallen, dass es auf beides ankommt, Lehrer*in als auch Methode. Vielleicht mal abgesehen von Methoden, die aus den kommerziellen Interessen des Anbieters heraus dem Lehrer keinen Freiraum geben, da es keine Abweichung von der vorgeschriebenen Abfolge und Durchführung der Asanas geben darf. Da ich viele Kenntnisse über den Körper in meinen Ausbildungen für  Tanz, Theater und Körpertherapie gewinnen konnte, mache ich nicht alles, was man mir sagt. Das führte z.B. beim Bikram-Yoga dazu, daß ich darauf hingewiesen wurde, ohne Attest eines Arztes dürfte ich die Übung nur exakt so machen, wie sie von Herrn Bikram Choudhury vorgeschrieben sei. Ansonsten dürfte ich nicht weiter am Unterricht teilnehmen. Das war somit meine letzte Stunde beim Schwitzyoga. Übrigens eine geniale Geschäftsidee, dieses Yoga bei Raumtemperaturen, die man nur in den Studios von Herrn Bikram vorfinden kann …

Am wenigsten konnte ich bei meinen Yoga-Erkundungen etwas mit Unterricht nach Leistungsaspekten anfangen. Diese Art der Praxis habe ich insbesondere immer wieder beim Kundalini-Yoga angetroffen:

„Noch eine Minute - 15, 14, 13, 12, 11, 10 … Haltet durch, gleich hast du’s geschafft!“

Natürlich verkauft sich leistungsorientiertes Yoga am besten in einer Gesellschaft, in der Menschen beigebracht wurde, leistungsorientiert zu denken und zu leben. Sie haben mit dieser Form von Yogapraxis ein weiteres Tool, mit dem sie sich durch’s Leben quälen können.

Doch es geht auch anders.

Ein Lehrer und Impulsgeber meines Yoga war ein Trainer in einem ganz normalen Fitnisstudio. Der redete in seinem Yogaunterricht viel über Politik und Gott und die Welt, aber es wurde nicht langweilig, denn beim Reden hat er die Übungen ganz nebenbei gekonnt angeleitet. Dieser Lehrer hat mir viel Vertrauen gegeben mich an Positionen heranzutrauen, die ich mir zuvor für mich nicht hätte vorstellen können. Leider war der Mann irgendwann weg.

Und dann natürlich gibt es noch Huby, Musiker und Yogalehrer, ein Mensch der Yoga lebt und wunderbar vermitteln kann. Ich sehe ihn oftmals bei meiner morgendlichen Praxis neben mir und spüre den sanften Impuls seiner Korrekturen, die nach vielen Jahren immer noch wirken.

Zurück zu meinen morgendlichen fünf Sonnengrüßen.

Sie sind wie gesagt das Gerüst für die Sequenz der Körperübungen, die zwischen 10 und gut 60 Minuten dauert. Die 10minütige Variante praktiziere ich, wenn ich z.B. mal morgens um 4 Uhr aufstehen muss, um zum Flughafen zu fahren. Da dies zum Glück selten vorkommt, hat dieser Teil meines Yogas meist eine Dauer von 40 bis 60 Minuten. Die kurzen Varianten sind simpel, je länger um so komplexer… Abgesehen davon, dass jeder einzelne Sonnengruß unterschiedlich und mit kleinen Variationen ausgeführt wird, gibt es zwei umfangreiche Variationsblöcke, von denen sich einer im drei- und der andere in einem siebentägigen Rhythmus wiederholt. Mit anderen Worten ist der Ablauf jeden Tag etwas anders und zusätzlich gibt es noch jede Menge weiterer Abwandlungen, die spontan integriert werden können. Verstanden? Nein? Macht nichts. Ist ziemlich komplex, abwechslungsreich und erfordert auch nach jahrelanger Praxis höchste Präsenz. Mich unterstützt eine an den Körperhaltungen orientierte Atmung und bei vielen Asanas die Stimme, denn ich habe in meiner Praxis mit den Jahren die Idee von Andro weiterentwickelt, Asanas mit Stimme zu verbinden.

Eine Phase stillen Sitzens lässt mich meinen Körper im Raum spüren und seine Weite wahrnehmen.

Und dann kommt das Frühstück …

In meiner Yogapraxis taucht immer wieder meine gesamte Existenz als Wesen in einem Körper auf. Abgesehen davon, dass wie schon oben beschrieben alle möglichen Lehrer auftauchen, sind auch andere Menschen und Räume in Verbindung zu bestimmten Asanas oder Tönen vorhanden. Es ist so, als ob in bestimmten Positionen oder Schwingungen Menschen und Orte aus meiner Vergangenheit lebendig werden würden. Sie sind einfach da, zeitlos, jetzt …

 

Ein paar Hinweise

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Klimawandel – ein Problem? Hier kommt die Lösung!

Bluete Australische Silbereiche

Warum schreien eigentlich immer alle? Wer sich nicht in eine medienbereinigte Oase zurückzieht, kommt im Alltag um das Thema „Klimawandel“ nicht herum. Zwei Wochen kein Regen, zwei Wochen viel Regen, egal – alles was von oftmals auf merkwürdigen Grundlagen beruhenden statistischen Mittelwerten abweicht, wird zu einem Problem, zu einer Katastrophe, zu einem Inszenarium des Weltuntergangs.

Wie ich in einer Broschüre der Jehovas Zeugen lesen konnte, hat selbst diese Gruppe erkannt, daß sich das Klima wandelt, die Ressourcen geplündert und „die Gesundheit des Planeten Erde“ in Gefahr sei. Deshalb hat man ein kleines Heft in einer Auflage von 13 Millionen Exemplaren gedruckt und dieses in 252 Sprachen übersetzt. Wie viele dieser Hefte auf El Hierro gelandet sind, konnte ich nicht herausfinden. Ich habe zwei erhalten, ein Exemplar in meinem Briefkasten am oberen Eingang und eines wurde  mir am unteren Eingang der Finca unter die Tür geschoben. Wer Mitglied der Jehovas Zeugen ist, kann angesichts der Lage auf dieser Welt beruhigt sein: Die kennen nämlich einen Mann, der alles unter Kontrolle haben soll. Und deshalb wird alles gut werden. Sagen sie. Dafür muss man allerdings Zeuge Jehovas werden.

Alle anderen dürfen weiterlesen.

Ich habe mehrfach in diesem Blog zu Klimathemen geschrieben, da die Art der Allgegenwärtigkeit dieser Thematik in den Medien und durch das Gerede vieler Menschen mir auf die Nerven geht. Da finde ich reihenweise Parallelen zur Panikmache während der Ausbreitung eines friesierten Virus namens Corona. Ein Vergleich zwischen diesen Ereignissen soll jedoch nicht Thema dieses Beitrags sein.

Und es geht hier auch nicht um Grundsatzgedanken zum Thema „Klimawandel“. Dazu hatte ich vergangenes Jahr schon einen ausführlichen Beitrag geschrieben.  

Heute geht es um Lösungen! Und die sind eigentlich ganz einfach und kosten nicht viel Geld.

Vorweg: Lösungen für die Zerstörung und Ausbeutung des Planeten Erde kann es nur geben, wenn sich der Mensch diesem Planeten wieder zuwendet. Dies sollten alle tun.

Mein Reformvorschlag konzentriert sich auf eine Phase, in der ein Mensch zum Leben in dieser Gesellschaft geformt wird. Das ist die Schule und die Universität.

Hier bitte umgehend folgende Änderungen durchführen:

1. Drei Monate in der Natur
Lernen auf dem Bauernhof oder im Wald! Kinder und Jugendliche verbringen einen Teil des Schuljahres oder des Semesters in der Natur. Sie lernen die Wachstumsprozesse der Natur kennen. Sie pflanzen, ernten und machen sich mit der Zeit zwischen Saat und Reife vertraut. Ihre Aufgaben sind altersspezifisch und ohne Einsatz von Maschinen. Ein Programm, das sich über die gesamte Schul- und Studienzeit hinzieht. Hierfür sind pro Jahr insgesamt drei Monate vorgesehen.

2. Kochen
Wir bereiten uns das Essen wieder selber. Ein Leben ohne Fertig- und Halbfertigprodukte ist möglich und mit einfachen Zutaten lässt sich eine leckere Mahlzeit zubereiten. Das kann jeder und Kochen wird Teil der Abschlußprüfungen in Schulen und Universitäten. Zensuren gibt es nicht. Es darf aber schmecken …

3. Ein Rundgang in der Natur
Teil der Abschlußprüfung wird ebenso ein Rundgang durch einen Park oder einen Wald, bei dem mindestens fünf Vogelrufe erkannt sowie fünf Baumarten und fünf Kräuter benannt werden.

4. Leben und Sterben
Damit ich leben kann müssen andere sterben. Egal welchen Ernährungsvorgaben wir folgen – wir ernähren uns von anderen Lebewesen dieses Planeten.

Der Bezug zu dem, was ich zu mir nehme ist im Interesse der Produzenten eines Großteils der im Handel erhältlichen Nahrung immer mehr verdrängt worden. Und dieser Kontakt zum Ursprung unserer Nahrung soll weiter verdrängt werden. Auf diese Weise können einige mächtige und einflussreiche Menschen noch mächtiger werden.

Auf einem meiner Workshops in Italien habe ich vor Jahren einmal die Aufgabe gestellt, eine Zucchini bei ihrem Wachstum zu beobachten. Am letzten Tag des Gruppenprogramms sollte diese geerntet und gegessen werden. Das war für einige Teilnehmer*innen nicht möglich, da sie das Lebewesen in der Zucchini erkannt hatten. Pflanzen und Tiere sind Lebewesen wie wir. Wer Pflanzen und Tiere isst, sollte sich darüber bewußt sein, dass diese mal gelebt, gefühlt und geatmet haben. Ja, auch die Pflanzen haben gefühlt und geatmet.

Wer in der Schul- und Studienzeit drei Monate in jedem Jahr in der Natur verbracht hat wird ein komplett anderes Verhältnis zur pflanzlichen Nahrung bekommen. Und es ist dann an der Zeit hinzuschauen, daß das Schlachten von Tieren heutzutage aus unserem Umfeld entfernt wurde. Das wurde mit fast allem gemacht, was uns daran erinnern könnte, daß wir sterblich sind und sterben werden. Wer Fleisch ißt sollte spätestens nach der Schule eine Woche auf einem Schlachthof verbringen, um zu erfahren, wie es Tieren geht, wenn sie sterben müssen. Ein paar zusätzliche Tage in Betrieben mit Massentierhaltung würde vermutlich zur Folge haben, daß sich beim Thema „Fleischkonsum“ einiges ändern würde.

Nicht umsetzbar?

Doch, denn es ist alles ganz einfach.

Das Thema der Zerstörung dieses Planeten begleitet mich, seitdem ich in die Schule gegangen bin. Effektive Änderungen bezüglich dieses Selbstzerstörungsprozesses wurden in der Zeit, die ich mich auf diesem Planeten aufhalte, nicht getroffen. Ich könnte hier noch zusätzlich seitenweise konkrete Vorschläge bringen, was die Regierenden alles machen oder hätten machen können - wenn sie denn nur wollten.

Wir brauchen zur Lösung der Krise des Planeten weder Verbote, noch Einschränkungen, noch CO2-Messungen, noch Statistiken oder Konferenzen. Wir brauchen eine Veränderung der Lebensweise. Leben mit der Natur und ohne Angst vor dem Sterben ist etwas Schönes. Die obigen Vorschläge lassen sich im kleineren Rahmen und in Ansätzen überall umsetzen, in jedem Land, in jeder Stadt, jedem Dorf und in jeder Familie, jedem Haushalt. Sie können jederzeit der politischen Agenda derer entgegegen gestellt werden, die noch nie etwas ändern wollten, auch wenn sie die ganze Zeit davon reden ...

Bei Umsetzung wird sich die Klimakrise in Luft auflösen.

 

Eine Leserin (Lehrerin) schreibt dazu am 29.04.:
Real wird Kindern und Menschen jedes eigene praktische Handeln gerade abgwöhnt… das führt dazu dass immer mehr Kinder psychisch krank werden… weil ihnen die Selbstständigkeit fehlt die Welt zu „begreifen“ und kleine Probleme zu lösen.

 

Ein paar Hinweise

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Der Sinn des Schreibens

Wurzel neuronale Netze by Matthias

Die meisten Menschen haben sich sicher schon einmal nach dem Sinn des Lebens gefragt. Das ist allerdings eine vollkommen überflüssige Frage. Sie basiert auf der Annahme, daß es irgendeine Macht wie z.B. einen Gott irgendwo „da oben“ geben könnte, der nach den gleichen Prinzipien funktioniert, wie wir uns hier als Menschenwesen in unserer Alltagsrealität wahrnehmen. So einen Gott gibt es nicht, denn er ist eine reine Projektion unserer menschlichen Eigenschaften und damit eine Form von Ablenkungsmanöver von den wirklichen Fragen des Lebens. Um es also bezüglich der Frage nach dem Sinn des Lebens kurz zu machen: Es gibt keinen „Sinn des Lebens“, denn Leben ist etwas was einfach IST.

Es macht allerdings durchaus Sinn, sich damit auseinanderzusetzen, wie ich mein Leben in der mir als Alltags- mehr oder weniger bekannten -realität gestalte. Und was innerhalb des mir zur Verfügung gestellten Rahmens Sinn macht oder auch nicht. In diesem Sinne habe ich mich in den vergangenen Monaten immer wieder mit der Frage nach dem „Sinn des Schreibens“ beschäftigt. Ergebnis meiner Reflektionen war, daß ich -wie in der Rückschau in diesem Block ersichtlich wird- wenig geschrieben habe.

Dabei schreibe ich eigentlich gerne.

Die Software dieses Blogs zählt Zugriffe auf die einzelnen Beiträge. Da war ich doch gerade erstaunt, als der letzte Beitrag vom 24. Februar 2024 insgesamt 920 mal aufgerufen wurde. Was die Software mir nicht verrät: welchen Anteil an den Aufrufen haben reale Menschen und wie viele Roboter oder kurz Bots genannt haben diesen Beitrag gelesen?

„Bots“ – allein schon der Name. Das klingt doch so süss, wie kleine Tierchen, die durch das Internet krabbeln. Dabei handelt es sich bei diesen „Bots“ fast ausschließlich um die Fangarme und Saugnäpfe von Datenkraken, die in erster Linie dazu eingesetzt werden, die Macht ihrer Auftraggeber weiter auszudehnen.

Zurück zu meinem Blog: Ich gehe nach eigenen Schätzungen davon aus, daß vielleicht 100 bis 200 Menschen den Beitrag vom 24.02. gelesen haben. Ob sie dabei nach dem ersten Absatz schon wieder mit ihrer Aufmerksamkeit woanders hingegangen sind oder bis zum Ende gelesen haben entzieht sich meiner Kenntnisse. Ich überprüfe weder Herkunft noch das Verhalten von Besucher*innen meiner Webseiten. Und es gibt auch keine sogenannten Cookies, mit denen jemand Spuren bei mir hinterlässt. Aber es gibt diese neugierigen Datenkraken, die in den vergangenen vier Wochen etwa 700 mal vorbeigeschaut haben und ohne zu fragen meine Texte lesen, kopieren und zum eigenen Training benutzen. Auf diese Weise lernen ChatGTP und andere so zu schreiben, daß es den Anstrich von Kreativität gewinnt. Ich habe leider keine Möglichkeit, den Bots meine Texte für ihre Trainings zu entziehen.

Natürlich werden ein paar ganz Schlaue jetzt sagen, daß es doch gesetzliche Möglichkeiten gäbe, Besuche der KI zu Trainingszwecken zu unterbinden. Aber das ist Quatsch. Die gesetzlich vorgesehenen Möglichkeiten sind wie so oft auf dem Boden der Unkenntnis von Bürokraten gewachsen, die meilenweit entfernt von der Realität des Internets sind. Ja, ich habe eine Möglichkeit, den Bots ein Verbotsschild vor die Nase zu halten. Für den Fall, dass sie das akzeptieren sollten, würde ich aber auch in keiner Suchmaschine mehr vorkommen.

Es wäre ganz einfach, einen Standard zu definieren, der den Kraken signalisiert, daß ich als Schöpfer meiner Worte nicht einverstanden damit bin, daß er meine Webseite zu Trainingszwecken der KI besucht. Und du darfst raten, welcher Internetmonopolist verhindert, so einen international gültigen Befehl zu implementieren.

Macht es mir Spaß für Maschinen zu schreiben? NEIN

So einen Beitrag im Blog zu schreiben ist ne Menge Aufwand. Da geht so ein halber Tag bei drauf. Schreiben, reflektieren, recherchieren, überarbeiten, korrigieren, Foto aussuchen, technische Probleme bei Einstellen in die Blogsoftware lösen, online noch ein oder zwei mal lesen und überarbeiten. Das sind schon einige Stunden. Jetzt mal abgesehen von der Reflektion, die so einem Beitrag vorausgeht. Und dann vielleicht 30 bis 50 Menschen, die bis hierhin gelesen haben?

Bitte nicht falsch verstehen – ich freue mich über jede einzelne Person, für die meine schreibend geäusserten Gedanken eine inspirierende Quelle sind.

Aber macht Schreiben heutzutage überhaupt noch Sinn? Unsere Aufmerksamkeit wird überrollt von Informationen. Die Bots schreiben ohne Unterlass und viele Menschen schreiben inzwischen wie Bots, sodass in vielen Kommunikationen kaum zu unterscheiden ist, ob Roboter oder Mensch. Und wir werden gezwungen, ständig haufenweise Müll zu lesen. Und in diesen Haufen aus Unrat sollen wir tagtäglich herumwühlen, um noch einen Knochen zu finden, an dem noch ein wenig Fleisch ist. Ich denke beim Schreiben gerade an die Kommunikation mit Behörden und Wirtschaftsunternehmen. Aber auch die Medien sind ein riesiger Haufen an Unrat. Suche zu irgendeinem aktuellen Thema mit der Suchmaschine und finde heraus, daß alle Treffer aus vorgekauten Texten bestehen, die meist auf eine einzige Quelle zurückzuführen sind. Und wenn du in Laune bist darfst du gerne recherchieren, wer diese Des-Informationsquelle der Medien finanziert …

Die Überflutung mit Text wirkt sich entsprechend auf die Aufnehmefähigkeit aus. Du bist immer noch da? Dann gehörst Du zu den ganz wenigen Ausnahmen von Menschen, die noch in der Lage sind, einen Text mit mehr als 200 Zeichen zu lesen. Wer bis hierhin (ca. 5500 Zeichen!) gelesen hat wird sicherlich mit mir übereinstimmen, daß in der schriftlichen Kommunikation heutzutage kaum noch jemand in der Lage ist, einen etwas komplexeren Text zu erfassen. Ich mache diese Erfahrung seit Jahren in der Kommunikation bei Anfragen für Veranstaltungen. Es ist absolut üblich, daß bei meinen Antworten auf Fragen einer interessierten Person meine individuellen Antworten, bei denen ich mir durchaus Mühe gebe, nur bis Zeile 5 gelesen werden und alles darunter entweder ignoriert oder später noch mal gefragt wird.

Was macht es unter diesen Umständen noch für einen Sinn zu schreiben?

Nun, wenn ich denn unter den gegebenen und hier beschriebenen Umständen die Kurve kriege bringt es mir auf jeden Fall Spaß ...

Mit meinem Blog verzichte ich auf Präsenz im sogenannten „Social Media“. Wenn Dir meine Gedanken wert sind, sie mit anderen zu teilen, darfst Du gerne auf diesen Blog oder einzelne Artikel in der von dir favorisierten Form von Netzwerkarbeit verlinken. Ich selber setze auf unkontrollierte Netzwerke …

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Auf zum Tacoron!

Tacoron

Hier auf der Insel ist es möglich sich selber jeden Tag ein Geschenk zu machen. Es gibt dafür eine reichhaltige Auswahl. Heute ist es ein Ausflug nach Tacoron, einem Ort mit vielen Überraschungen.

Auf dem Weg dorthin machen wir einen kleinen Schlenker zum Markt in Valverde. Hier gibt es mehrere Stände an denen ältere Menschen Produkte aus eigenem Anbau verkaufen. Wir fahren gerne hierher. Weiter führt der Weg über den Inselrücken nach El Pinar. Hier habe ich vor einer Woche nach langem Suchen Ricardo gefunden. Er ist der einzige Schuster auf dieser Insel. Meine Birkenstock Clogs sind jetzt neu besohlt und sehen aus wie neu. Sie waren mal grau, sind jetzt schwarz, was sie sehr edel erscheinen lässt.

Weiter geht es auf der Südseite der Insel über kurvenreiche Straßen immer weiter nach unten bis wir am Tacoron anlangen. Eine karge Gegend mit bizarren Gesteinsformationen, die mir manchmal wie Geschichten aus einem Bilderbuch erscheinen. Tacoron liegt am Mar de las Calmas, zu deutsch am Meer der Stille. In der Tat ist das Meer bei Ankunft heute so ruhig, wie ich es hier noch nie erlebt habe. Obwohl schon fast Mittag sind nur ein paar wenige Angler auf den Felsen. Irgendwo im Wasser schwimmt auch jemand. Über eine der Leitern lasse ich mich mit Schnorchelausrüstung ins Wasser gleiten und beginne meine Erkundungen zwischen den Felsen. Das war mir bisher an dieser Stelle noch nie möglich. Erstaunt stelle ich fest, dass die Felsen hier unter Wasser sehr steil abfallen. Ich gleite durch ein Gebirge, bin ein Fisch unter vielen grösseren und kleineren Fischen und lasse mich wie sie von der sanften Dünung bewegen.

Allzu lange bleibe ich nicht im Wasser, das heute relativ kühl ist. Beim Ausstieg sitzt ein nackter Greis wie ein Teufelchen aus einem Bilderbuch vor mir auf einem Felsen. Der Mann strahlt mich an und meint, hier wäre das beste Sanatorium der Welt. Als Schweizer muss er das wohl wissen … Auf einer kleinen Plattform lasse ich mich von der Luft trocknen, genieße das Rauschen der Wellen, ihren sprudelnden Kontakt mit den Uferfelsen, die wärmende Sonne, den angenehmen Wind.

Nach einem kleinen Rundklettergang durch die Bucht landen wir am Kiosk. Hier brät Josein Fisch, den er möglicherweise selber gefangen hat. Im Gespräch finden wir heraus, daß Josein Fischer und Bauer ist und von Donnerstag bis Sonntag den Kiosk am Tacoron bewirtschaftet. Nebenbei finden wir noch heraus, daß er in Guarazoca nur etwa 200 Meter entfernt von uns wohnt und somit unser Nachbar ist.

Menschen zu treffen scheint hier auf der Insel nach anderen Kriterien abzulaufen als anderswo auf der Welt. Es ist inzwischen mehrfach passiert, daß Gäste auf der Finca feststellen, vor Jahren im gleichen Dorf oder in nächster Nachbarschaft gewohnt zu haben. Bei meinem letzten Besuch am Tacoron kam ich bei heftigem Wellengang im Wasser ins Gespräch mit einem losen Freund von Bill Gates, woraus ich einige für mich interessante Erkenntnisse gewinnen konnte. Vieles passiert auf dieser Insel unerwartet.

Der Fisch ist hervorragend und von den 18 kross gebratenenen Sardinen auf meinem Teller verputze ich 15 mit allem was dran ist. Drei für Eylin, aber mehr wollte sie auch nicht …

Zurück geht es wieder durch mehrere Klimazonen zu einem stürmischen Empfang auf unserer Finca. Hier oben bleibt heute mal wieder kaum eine Mütze auf dem Kopf. Unten ist das Meer auf der Nordseite der Insel zu sehen, die Wellen dort heute vermutlich 4-5 Meter hoch. Der wachhabende Kater (heute: Rednose) freut sich uns wiederzusehen und nach einem kleinen Nickerchen schreibe ich diesen Text.

Eigentlich wollte ich noch schreiben weshalb ich so lange Wochen nichts geschrieben habe. Aber dazu habe ich gerade keine Lust mehr und das kommt dann wohl ein anderes mal …

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Kalima – der Sandsturm

Kalima

Der Wind heult im Schornstein. Er zerrt an Büschen und Bäumen. Selbst die kleinen bodenwüchsigen Pflanzen scheinen sich zu ducken. Das Auto eingestaubt mit Saharasand. Auf dem Parkplatz oberhalb der Finca bläst es so kräftig, dass es zu einer Mischung aus Kraft- und Balanceakt wird, sich ins Auto zu setzen, da ich die Tür kaum festhalten kann.

Das geht jetzt schon seit mehr als 30 Stunden so und ist in jeder Nervenzelle zu spüren. Der ganze Körper vibriert und fühlt sich an wie elektrisch geladen. Ich kann nichtmals mehr bei einem Gang durch den Garten an die Bäume pischern, da ein zielgerichteter Strahl unmöglich ist. (Nicht dass wir hier keine Klos hätten, aber Harnsäure ist für manche Bäume ein wichtiges Nahrungsergänzungsmittel …) Die Häuser am Hang verschwinden im Dunst des durch die Luft wirbelnden Staubes der afrikanischen Wüste.

Ein digitaler Blick nach Hamburg führt mich auf die Seite des NDR. Gegen die Coronamaßnahmen zu demonstrieren ist verboten, gegen Kritiker*innen der Maßnahmen zu demonstrieren ist erlaubt. Auf der Webseite der staatlichen Sendeanstalt ist eine Gruppe von schwarz gekleideten „Gegendemonstranten“zu sehen. Sie führen ihre Gegen-Freie-Meinungsäusserung-Demonstration durch, obwohl die Demonstration, gegen die sie demonstrieren möchten, gar nicht stattfinden darf. Die Schilder der schwarz Gekleideten sind aussagekräftig. Da ist z.B. „Fck Querdenken“ zu lesen. Ich hatte die Webseite schon geschlossen, rufe sie dann ein wenig später aber noch mal auf. Habe ich mich verlesen? Nein, da steht ganz deutlich „Querdenken“ und nicht etwa „Querdenker“. Eine klare Ansage – wer anders als der Mainstream denkt, hat in der Gesellschaft nach Ansicht dieser Leute (oder zumindest der Frau mit dem Plakat) nichts zu melden.

Ein anderes Plakat ist groß im Bild: „Wer mit Nazis spaziert hat gar nichts kapiert“.

Es gibt verschiedene Wege, Protestbewegungen zum Schweigen zu bringen. Ich erinnere mich an meine Teilnahme an Demonstrationen der 70er und 80er Jahre. Es ging meist um Atomkraft aber auch andere gesellschaftliche Themen. Je mehr Teilnehmer zu sich wiederholenden Protestmärschen kamen, um so gefährlicher wurde es, an einer Demonstration teilzunehmen. Dafür sorgte u.a. eine Gruppe von Menschen, die als „schwarzer Block“ bezeichnet wurde. Die schwarz Gekleideten gaben der Polizei eine Rechtfertigung, Demonstrationen aufzulösen, alle Teilnehmer*innen zu filmen und in manchen Situationen auch ziemlich wahllos auf alles einzuprügeln, was als Teil der Demonstration angesehen wurde. Manchmal traf es auch zufällig sich auf der Straße befindliche Passanten. Ich habe solche Situationen mehrfach erlebt und bin irgendwann nicht mehr auf Demonstrationen gegangen.

Die schwarz gekleideten „Gewaltbereiten“ führten eine Art Selbstzensur ein – wer wollte schon auf eine Demonstration mit Menschen gehen, die Flaschen auf Polizisten warfen. (Jetzt mal abgesehen davon, dass es unter Provokateuren und Mitläufern so einige gab, die ihr Gehalt von Seiten des Staates bezogen. So etwas läuft unter dem Begriff „Staatsschutz“ und jedem steht es frei sich darüber Gedanken zu machen, wer hier geschützt werden soll …)

Heute reicht es den Verfechtern der einen einzigen Meinung, wenn auf einer Demontration von Andersdenkenden auch nur ein einziges politisch als „rechts“ bekanntes Gesicht zu sehen ist. Wer politisch rechts ist, darf offensichtlich seine Meinung überhaupt nicht sagen. Und wenn er in einer Demonstration mit 10.000 anderen Menschen zu sehen ist, braucht man sich mit der Meinung der 9999 gar nicht weiter auseinanderzusetzen. Wie hatte diese Logik ein Journalist vor kurzem noch trefflich formuliert: Wenn ein politisch Rechter sagt, dass nach dem Herbst der Winter kommt und ich sage das auch, dann bin ich nach der aktuellen Logik des Mainstreams ein Rechter.

So einfach ist das. Ein Dank an den NDR für seine aufklärende Berichterstattung durch die prominente Präsentation eines aussagekräftigen Photos …

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Wellenreiter

Maceta 2

Gegen Mittag an der Maceta. Ich bin an diesem Samstag ganz allein an diesem wohl beliebtesten Badeplatz der Insel. Heute ist kein Badewetter und das Meer ist laut, es brüllt und tost und braust. Obwohl schon fast wieder Niedrigwasser reiten die weissen Pferde stolz im Galopp heran und lösen sich in einem gurgeldem und schäumenden Quirlen in Nichts auf. Ein letztes Aufklatschen gegen die Felsen und das war’s …

Ausflug in meine Traum-Realität der vergangenen Nacht: Ich befinde mich in einer Art Kulturzentrum bei einem Festival. Es geht um bewusste Lebensgestaltung. In einem zweistündigen Zeitfenster zwischen zwei Veranstaltungen findet mein Angebot statt – eine Meditation in Stille und mit sehr langsamen Kopfbewegungen. Der Kopf geht nach vorne und wieder ins Zentrum, dann nach hinten und wieder in Zentrum und die gleiche Bewegung nach links und nach rechts.

Nach einer Weile beginnen die ersten Anwesenden in der relativ grossen Halle unruhig zu werden. Einige schauen im Raum herum, andere reden leise miteinander, wieder andere essen etwas. Aus dem Projektorraum heraus wird ein Film auf eine der Wände projiziert, in dem eine Kunstfigur fliegen übt. Nach und nach stecken sich die meisten im Raum im Abgelenkt-Sein an.

Ich bitte leise diejenigen, die aus der Meditation ausgestiegen sind, sich doch bitte so zu verhalten, dass ihr Verhalten die, die sich in Stille üben wollen, nicht störe. Im Projektionsraum bitte ich die Trickfilmerin, doch mit ihrer Animation zu warten bzw. eine Pause zu einzulegen. Die Frau bricht in Tränen aus.

Es gelingt mir nicht, auf die Entwicklung im Raum Einfluss zu nehmen.

Beim Wechsel in die Wach-Realität fühle ich mich kraftvoll und guter Dinge, was mich im Nachherein den ganzen Tag über erstaunt.

 

Jetzt ist Nachmittag. In meiner Hosentasche finde ich einen Kern. Ein Samenkorn, das mir Feliciano heute Vormittag auf dem Markt geschenkt hat. Aus diesem Samen kann eine Pflanze wachsen, deren Früchte Naturschwämme sind. Es ist möglich, damit den Körper zu reinigen oder auch das Gemüse aus dem Garten zu putzen. Ich werde jetzt nach einem Töpfchen suchen, um den Samen einzupflanzen …

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Ein Blick nach Kanada

Strelizien

Wer bezüglich der Zukunft unseres gesellschaftlichen Lebens ein paar Meter weiter nach vorne schauen möchte, hat in diesen Tagen bei einem Blick nach Kanada eine gute Sicht. Wobei der Begriff „gut“ sich hier auf die Sicht, aber kaum darauf bezieht, was in diesem Musterland des Globalismus im Sinne eines Klaus Schwab und seines World Economic Forum passiert.

Vor ein paar Wochen machten sich in Kanada nicht wenige Trucker auf den Weg, um gegen ein Abkommen zwischen Kanada und den USA zu protestieren, das Fahrer ohne Impfnachweis bei der Einreise nach Kanada in eine zweiwöchige Quarantäne zwingt. Die Aktion der LKW-Fahrer fand breite Resonanz in der kanadischen Bevölkerung. Fast 100.000 Menschen spendeten über eine Crowdfundingplattform.

Wer deutsche Medien las konnte erfahren, dass es sich um ein paar hundert Trucker handeln sollte. Wird sich der deutsche Mainstreamleser gefragt haben, wieso wegen „ein paar hundert Truckern“ der kanadische Präsident die Hauptstadt verlässt und kurze Zeit später den Notstand ausruft?

Kurze Zeit später bekamen erste Unterstützer*innen –und dazu brauchte es nur einen Post auf der eigenen Facebookseite- Besuch von der Polizei. Die Banken wurden angewiesen, bei Verdacht auf Teilnahme an den Aktionen Konten von Truckern und Unterstützer*innen einzufrieren. Die oben genannte Crowfundingplattform wurde professionell gehakt und die Daten der Menschen, die die Aktion der Trucker unterstützen, veröffentlicht. Auch sie dürfen jetzt damit rechnen, dass ihre Konten gesperrt werden.

Mehr Details zu diesem Thema in einem Blogbeitrag von Norbert Häring unter dem Titel „Kanada und Paypal zeigen, wie die totalitäre Zukunft ohne Bargeld und mit Impfpässen aussieht“.

Wie oben erwähnt ist Kanada ein Musterländle von Klaus Schwab. Auf Youtube findet sich ein Podiumsgespräch mit diesem Vordenker einer Welt, regiert von den neuen Feudalherren und ohne Mitsprache der Menschen, die nicht zu den GANZ WENIGEN mit GANZ VIEL Geld gehören. In dem Gespräch sagt Schwab 2017 bei einem Vortrag („Strengthening Collaboration in a Fractured World“): "We penetrade the cabinets". Dass er dies gerne tut, kommt rüber. Schwab führt Beispiele von Politiker*innen an, die durch das Schulungsprogramm des WEF gegangen sind. Frau Merkel gehört auch dazu. Und selbstverständlich der kanadische Ministerpräsident Trudeau und wie Schwab stolz betont, mehr als die Hälfte des kanadischen Kabinetts. Das Video auf Youtube wurde Stand heute 15940 mal geklickt. Das ist nichts. Wer interessiert sich auch für ein Gespräch mit einem Mann, der hinter den Kulissen seit Jahrzehnten die Fäden zieht, um das vorzubereiten, was er als den „Great Reset“ bezeichnet …

Ich nutze meinen Bewegungsradius, schnappe mir einen Topf, um ihn mit kleinen Physalisfrüchten zu füllen, streife vorbei an den exotischen Blumen, die wie Vögel an meinem Weg mit ihren Köpfen im Wind nicken …

Meine Laune ist prima, sodass ich mir beim Arbeiten im Garten die Frage stelle, wieso meine Laune so gut ist. Vermutlich hat es etwas mit der Klarheit zu tun, meinem Wunsch, etwas zu durchdringen …

Bill Gates treibt sich der Tage mal wieder in Deutschland herum. In München lässt er verlauten, dass bezüglich der Immunität der Bevölkerung Omnikron eine bessere Arbeit als die Impfung geleistet habe. (Da hat Omnikron ihm offensichtlich einen Streich gespielt.) Er gehe aber davon aus, dass es eine weitere Pandemie geben werde. Man arbeite jetzt schon an einer universellen Grippeimpfung, die Hoffnung machen würde. (Gelesen im Münchner Merkur) Ja wenn Herr Gates das sagt …

„Grippe“-Impfung – hab ich da was verpasst? Das waren doch immer diese Verschwörungstheoretiker, die Covid in einem Atemzug mit Grippe nannten!

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